Nach den Pannen beim Sturmgewehr G36 hat die Bundeswehr einem Zeitungsbericht zufolge jetzt auch Probleme mit dem neuen Maschinengewehr MG5. Die für Juni geplante Auslieferung der ersten Gewehre sei wegen Mängeln auf das kommende Jahr verschoben worden, berichtete die Bild am Sonntag. "Es ist zu Unregelmäßigkeiten gekommen, die vor einer Freigabe die erneute Durchführung bestimmter Prüfanteile erforderlich machen", sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums dem Blatt.

Das MG5 wird wie das G36 von Heckler & Koch hergestellt. Es soll das neue Standard-Maschinengewehr der Bundeswehr werden. Als Kosten wurden rund 200 Millionen Euro veranschlagt. Dem G36 hat ein Untersuchungsbericht mangelnde Präzision bei hohen Temperaturen und im heißgeschossenen Zustand bescheinigt. Das G36 war bislang die Standardwaffe der Bundeswehr, sie verfügt über knapp 170.000 Stück.

Von Heckler & Koch bestellte die Bundeswehr vor Kurzem 1.200 weitere Gewehre für Soldaten in Auslandseinsätzen, wie Ende August bekannt wurde. Es handelt sich um 600 Sturmgewehre auf der Basis des in der Bundeswehr bereits genutzten Gewehrs G27P sowie 600 leichte Maschinengewehre MG4. Sie sollen in der zweiten Jahreshälfte 2016 geliefert werden und 18 Millionen Euro kosten.