Die Bundesregierung hat einen Bericht zurückgewiesen, wonach sie eine Zwangsvermietung leer stehender Immobilien für die Unterbringung von Flüchtlingen erwäge. "Der Bund plant eine solche Maßnahme nicht", sagte eine Regierungssprecherin. Auch eine Sprecherin des Bauministeriums sagte: "Im Bundesbauministerium findet eine solche Prüfung nicht statt."

Zuvor hatte die ARD berichtet, dass Bund und Länder zur Unterbringung von Flüchtlingen eine zeitlich befristete Zwangsvermietung leer stehender Immobilien prüfe. Die ARD zitierte aus einem Papier der Bund-Länder-Arbeitsgruppe. Demnach werde ein Gesetz geprüft, das vor allem auf nicht genutzte Gewerbeimmobilien abziele. Deren Eigentümer sollten zur Vermietung gezwungen werden. Auch Einfamilienhäuser könnten betroffen sein.

Der Haus- und Grundbesitzerverein hat sich gegen ein solche Maßnahme ausgesprochen. Viele der 900 Haus- und Grundvereine böten den Flüchtlingen gemeinsam mit den Kommunen bereits Wohnungen privater Vermieter an. "Dieses Engagement wollen wir fortsetzen", sagte ein Sprecher des Verbands.

Unterdessen befürchtet das Deutsche Studentenwerk steigende Mieten. Zwar würden Asylbewerber zunächst nicht auf dem Wohnungsmarkt mit Studenten konkurrieren, sagte Sprecher Georg Schlanzke. "Aber wenn sie eine Aufenthaltsberechtigung erhalten, kann es unter einkommensschwachen Gruppen zu einer Konkurrenzsituation kommen." Das Studentenwerk befürchtet vor allem im preiswerten Wohnungsmarkt einen verschärften Wettbewerb und fordert, mehr Wohnheimplätze zu schaffen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte in dieser Woche eine "nationale Kraftanstrengung" gefordert: