Der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete Martin Hohmann wird wieder politisch aktiv. Er kandidiert in Fulda für die Alternative für Deutschland (AfD) und will bei der Kommunalwahl im März 2016 auf Platz eins der Parteiliste in den Kreistag einziehen. Das sagte er dem Portal Osthessen-News. Hohmann hatte sich vor zehn Jahren aus der Politik zurückgezogen, sieht aber nun in der AfD ein passendes neues Betätigungsfeld: "Die Übereinstimmung ist da, die Politik vernünftig – vor allem sind Maß und Ziel dabei."

Als einen Grund für seine Rückkehr in die Politik nannte der 67-Jährige die aktuelle Asylpolitik; sie sei befremdlich. Die CDU vergesse "alte, solide Positionen", die Partei sei nicht mehr die CDU von vor 20 Jahren. Mitglied der AfD ist Hohmann allerdings noch nicht: "Man könnte sagen, ich befinde mich gerade in der Verlobungsphase, bin aber zuversichtlich und werde bald eine Entscheidung treffen."

Hohmann war 2004 nach einer als antisemitisch kritisierten Rede zum Tag der Deutschen Einheit aus der CDU ausgeschlossen worden. Er hatte mit Blick auf die Verbrechen der angeblich "jüdisch geführten" Bolschewisten in der Sowjetunion gesagt: "Daher könnte man Juden mit einiger Berechtigung als 'Tätervolk' bezeichnen. Das mag erschreckend klingen. Es würde aber der gleichen Logik folgen, mit der man Deutsche als Tätervolk bezeichnet."

Hohmann war gegen seinen Ausschluss aus der CDU bis zum Bundesgerichtshof gezogen, aber gescheitert. Er hatte sich für Teile seiner Rede entschuldigt. Es sei nicht seine Absicht gewesen, die Einzigartigkeit des Holocausts zu leugnen.

Nach einer gescheiterten Bewerbung als unabhängiger Kandidat bei der Bundestagswahl 2005 hatte er seinen Rückzug aus der Politik verkündet.