Die ehemaligen Bundesvorsitzenden der Piratenpartei, Bernd Schlömer und Sebastian Nerz, wollen es erneut in der Politik versuchen: Die beiden sind im Oktober in die FDP eingetreten, wie ein Sprecher der Partei mitteilte. FDP-Chef Lindner habe mit den beiden bereits seit längerem Kontakt gestanden. Über den Vorgang hatte zunächst der Spiegel berichtet.

"Es darf nicht alles sinnlos sein, was wir damals mit der Digitalagenda gesetzt haben", sagte Schlömer. Er wolle weiter einen konstruktiven politischen Beitrag leisten. Das Programm der FDP stimme in einigen Bereichen mit dem der Piraten überein, etwa bei den Themen Vorratsdatenspeicherung und Freiheitsrechten. Schlömer und Nerz sollen am "Freiheitskonvent zur Digitalisierung" der FDP am 8. November als Teilnehmer von Paneldiskussionen mitwirken.   

Schlömer hatte vor zwei Jahren seinen Vorsitz abgegeben, nachdem seine Partei mit nur 2,2 Prozent der Stimmen bei der Bundestagswahl gescheitert war. Jetzt will er sich bei den Liberalen in Berlin einbringen. Eine Kandidatur für den Bundestag sei vorerst nicht geplant.

Die Piratenpartei erlebt seit einiger Zeit eine Abwanderungswelle. Am Freitag kündigte Daniel Schwerd seinen Austritt aus der Bundespartei und der Landtagsfraktion der Piraten an. Er wolle sein Abgeordnetenmandat künftig als Fraktionsloser wahrnehmen. Auch prominente Mitglieder wie Christopher Lauer und Anke Domscheit-Berg haben die Partei nach fünf beziehungsweise zwei Jahren verlassen.