Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) hat die Bürger vor Pegida gewarnt und die Anhänger der Bewegung mitverantwortlich für Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte gemacht. Am Montag soll eine Pegida-Kundgebung zum ersten Jahrestag des fremdenfeindlichen Bündnisses in Dresden stattfinden. 

"Niemand, der da mitläuft, kann sich von der Verantwortung freimachen für die Taten, die diese Hetze inspiriert. Für brennende Heime oder verletzte Flüchtlingshelfer", sagte Maas der Rheinischen Post. Bei Pegida versammle sich "eine extrem radikale Minderheit". Wer Galgen baue und Menschen daran baumeln sehen wolle, setze Hemmschwellen herab.

Bei der jüngsten Pegida-Demonstration am Montag war eine Galgenattrappe gezeigt worden, die Plakaten zufolge für Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) "reserviert" sein sollte. Die Staatsanwaltschaft Dresden ermittelt wegen des Vorfalls. Laut Bildzeitung sei  ein 39-jähriger Werkzeughändler aus dem Erzgebirgskreis dafür verantwortlich. Er habe den Galgen in seiner Werkstatt gebaut. Eine Bestätigung von Staatsanwaltschaft oder Polizei gibt es bisher nicht.

Maas griff neben Pegida auch die AfD an. Er habe den Eindruck, "dass einige Mitglieder beider Gruppen sich teilweise auch in ihrer Rhetorik überbieten wollen", sagte er der Zeitung. In beiden Fällen handele es sich um "rhetorische Brandstifter".

Zur Jahrestag-Kundgebung der Pegida bereitet sich die Polizei auf einen Großeinsatz vor. Sie rechnet angesichts der überregionalen Mobilisierung von Anhängern und Gegnern der fremdenfeindlichen Bewegung mit Zehntausenden Demonstranten am Montag in Dresden.