Hunderte Migranten warten vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales in Berlin auf ihre Registrierung. © Markus Schreiber/AP/dpa

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat das Verhalten einiger Flüchtlinge im ZDF-heute-journal kritisiert. Er sagte, bis zum Sommer seien die Flüchtlinge dankbar gewesen, "bei uns zu sein". Sie hätten gefragt, "wo ist die Polizei, wo ist das Bundesamt. Wo verteilt Ihr uns hin." Das habe sich seither aber geändert. 

Es müsse klar gesagt werden, dass Deutschland von den Flüchtlingen eine "Ankommenskultur" erwarte, sagte der Innenminister weiter. Inzwischen gebe es viele Flüchtlinge, die glaubten, sie könnten sich selbst "irgendwohin zuweisen", sagte de Maizière. "Sie gehen aus Einrichtungen raus, sie bestellen sich ein Taxi, haben erstaunlicherweise das Geld, um Hunderte von Kilometern durch Deutschland zu fahren." Außerdem streikten sie, weil ihnen eine Unterkunft nicht gefalle oder machten Ärger, weil ihnen das Essen nicht gefalle. "Sie prügeln in Asylbewerbereinrichtungen." 

Dies sei zwar noch eine Minderheit, sagte de Maizière. "Aber da müssen wir klar sagen, wer hier nach Deutschland kommt, der muss sich dahin verteilen lassen, wohin wir ihn bringen, sich einem fairen Verfahren unterstellen und unsere Rechtsordnung anerkennen." Auf die Frage, ob Deutschland an der Grenze des Machbaren angelangt sei, antwortete der Minister: "Wir schaffen das nicht ohne Weiteres – das ist schon eine große Anstrengung."  Die große Zahl unregistrierter Flüchtlinge in Deutschland sehe er als "ernstes Problem".

De Maizière schlug vor, auf die Türkei zuzugehen. "Wenn derzeit über Grenzen und Zuzugsbegrenzungen gesprochen werde, betreffe dies nicht die deutsch-österreichische Grenze, sondern den Bereich Türkei-Griechenland". Die Türkei ist ein Nachbarland von Syrien, wo Millionen Menschen seit mehreren Jahren vor dem Bürgerkrieg fliehen. Viele Flüchtlinge wollen von der Türkei aus weiter Richtung Europa. Oft versuchen sie dabei, die griechischen Inseln unweit der türkischen Küste zu erreichen.