Donald Trump beim Vorwahlkampf im US-Bundesstaat Texas © Mike Stone/Reuters

Der republikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump hat in einem Interview des US-Senders CBS über Angela Merkels Flüchtlingspolitik hergezogen. "Ich habe immer gedacht, dass Merkel diese große Führungsperson ist", sagte Trump. Was sie nun in Deutschland getan habe, "ist verrückt. Es ist verrückt." Die Aufnahme Hunderttausender Menschen aus anderen Ländern werde zu Aufständen in Deutschland führen, sagte Trump.

Der Multimilliardär kündigte an, dass er im Fall eines Sieges bei der Wahl im November 2016 syrische Flüchtlinge in den USA in ihre Heimat zurückschicken werde. Auch die schätzungsweise elf Millionen Einwanderer ohne Papiere in den USA will er ausweisen und eine Mauer an der Grenze zu Mexiko bauen lassen, mit Toren, durch die "Gute" dann eines Tages zurückkehren könnten. Trump führt im Vorwahlkampf das Feld der republikanischen Präsidentschaftsbewerber an.

Präsident Barack Obama räumt Trump keine Chance ein, die Wahl zu gewinnen. "Er weiß, wie man Aufmerksamkeit auf sich zieht", sagte Obama. Aber er denke nicht, dass er letztlich Präsident werde. Intoleranz anzufachen und dann überrascht zu tun, "wenn ein Feuer ausbricht", sei keine politische Führung.

Angela Merkel verteidigte unterdessen ihre Einwanderungspolitik. "Für mich gehört es zur grundlegenden Menschlichkeit unseres Landes, dass man einem Flüchtling wie jedem anderen Menschen erst einmal freundlich entgegentritt", sagte sie in einem Interview mit der Bild-Zeitung. Trotz der unionsinternen Kritik an ihrer Flüchtlingspolitik gehe sie davon aus, dass die CDU weiter hinter ihr steht. 

Auch von sinkenden Umfragewerten lasse sie sich nicht beeindrucken: "Umfragen sind nicht mein Maßstab", sagte Merkel. "Mein Maßstab ist die Aufgabe, die ich als Bundeskanzlerin habe: die Probleme zu lösen. Und darauf konzentriere ich mich voll und ganz." Eine Umfrage hatte ergeben, dass 48 Prozent der Bundesbürger Merkels Umgang mit der Flüchtlingskrise für falsch halten. Unterstützung bekommt sie demnach von 39 Prozent.