Die Bundesländer haben zuletzt im Durchschnitt 10.000 neue Flüchtlinge am Tag registriert. Das berichtet der Spiegel unter Berufung auf Zahlen des Bundesinnenministeriums. Demnach wurden zwischen dem 5. September und dem 15. Oktober 409.000 Menschen in Deutschland erfasst.

Nach aktuellen Zahlen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf) kamen von Januar bis September insgesamt rund 577.000 Flüchtlinge nach Deutschland. Damit wäre die für 2015 prognostizierte Zahl von 800.000 Flüchtlingen bereits erreicht.

Laut den letzten Bamf-Zahlen stammen 198.000 der bis September erfassten Flüchtlinge aus Syrien. Etwas mehr als 100.000 Menschen kommen aus Balkanländern, die auf der Liste der sicheren Herkunftsstaaten stehen. Ein großer Teil der Asylanträge dieser Migranten wird höchstwahrscheinlich abgelehnt werden. Im September verzeichnete die Behörde einen besonders starken Anstieg um 164.000 Menschen. Nicht eingerechnet sind bisher nicht registrierte Flüchtlinge.

Die Entwicklung überfordert auch die Verwaltungsgerichte. "Wir bräuchten deutschlandweit rund 600 zusätzliche Richter, um die vielen Asylverfahren bewältigen zu können", zitiert der Spiegel den Vorsitzenden des Bundes Deutscher Verwaltungsrichter, Robert Seegmüller. Beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sind derzeit mehr als 300.000 offene Asylanträge anhängig. Im vergangenen Jahr klagten Asylbewerber gegen rund 40 Prozent der Entscheidungen der Behörde.