Die Verteilung der in Deutschland ankommenden Flüchtlinge nach dem Königsteiner Schlüssel funktioniert laut einem Bericht nicht. Wie das ARD-Hauptstadtstudio berichtete, haben mehrere Bundesländer einen Rückstand bei der Aufnahme von Flüchtlingen. Dies gehe aus einer vom Bundesinnenministerium erstellten "Übersicht zur Verteilung ankommender Flüchtlinge auf die Länder" hervor.

Der Königsteiner Schlüssel legt fest, wie die Asylbewerber auf die einzelnen Bundesländer verteilt werden. Er orientiert sich an der Einwohnerzahl und dem Steueraufkommen der Länder.

Wie die ARD berichtete, hat das grün-rot regierte Baden-Württemberg bei einem Soll von 31.988 Flüchtlingen bisher nur 24.528 aufgenommen. Auf der Übersicht sei eine Differenz von 7.460 angegeben. Darauf folge Niedersachsen (SPD/Grüne) mit einer Differenz von 6.908 bei einem Soll von 23.085 Flüchtlingen. Brandenburg (SPD/Linke) hat demnach bei einem Soll von 7.596 Flüchtlingen bislang nur 6.138 aufgenommen.

In Rheinland-Pfalz (SPD/Grüne) waren es bei einem Soll von 11.912 Flüchtlingen bisher 9.648 Aufgenommene. In Thüringen (Linke/SPD/Grüne) liege die Negativdifferenz bei 372 und in Berlin (SPD/CDU) bei 187 Flüchtlingen. Sachsen (CDU/SPD) habe bei einem Soll von 12.578 Flüchtlingen bisher 7.892 aufgenommen. In Sachsen-Anhalt, das ebenfalls von CDU und SPD regiert wird, waren es demnach bei einem Soll von 7.054 Flüchtlingen bisher 5.196.

Das CSU-regierte Bayern habe bei einem Soll von 37.784 Flüchtlingen bisher 52.361 aufgenommen, hieß es weiter. Der Freistaat liege mit 14.577 Flüchtlingen im Plus und damit vor allen anderen Bundesländern. Stand der Übersicht ist dem Bericht zufolge der 29. September. Das Bundesministerium des Innern wollte die Zahlen gegenüber der ARD weder bestätigen noch dementieren.

Diese Karte zeigt, wie viele Flüchtlinge die Kreise aufnehmen. Je kräftiger ein Landkreis eingefärbt ist, desto mehr Flüchtlinge kommen auf 1.000 Einwohner. Den schraffierten Ländern liegen unsere eigenen Berechnungen zugrunde.