Journalisten aus Ostdeutschland fordern in einer gemeinsamen Erklärung an die Politik mehr Sicherheit bei Pegida- und Legida-Demonstrationen. Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR), der Sächsische Zeitungsverlegerverband und die DJV-Landesverbände in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen kritisieren die "Ausweitung der Hetze und Gewalt gegen Medien, die bei den Pegida- und Legida-Aufmärschen in Dresden und Leipzig besonders augenfällig ist", heißt es in der Mitteilung.

Die "Aufputschung" der Anhänger der Bewegungen mit den Rufen "Lügenpresse" sei nicht nur für alle Medienvertreter unerträglich. Sie beschädige die Demokratie, schaffe eine Stimmung der Verunsicherung in der Bevölkerung und provoziere Handlungen "bis hin zum Einsatz von Gewalt".

Die Autoren fordern die Politiker in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen auf, "dem Spuk endlich entschieden entgegenzutreten". Die Medien, sowohl der MDR als auch die Tageszeitungen in Mitteldeutschland, seien trotz der permanenten Verbalangriffe durch die Pegida- und Legida-Demonstranten stets um sachliche und objektive Berichterstattung bemüht. Die andauernden "Lügenpresse"-Rufe sorgten jedoch für eine Vergiftung des Klimas, die nicht mehr hinnehmbar sei.

Wer Journalisten angreife und verletze, müsse mit allen rechtsstaatlichen Mitteln zur Verantwortung gezogen werden. Die tätlichen Angriffe der letzten Zeit sollten für die politisch Verantwortlichen in den drei Bundesländern Anlass sein, den Umgang  mit Pegida-Veranstaltungen sowie ähnlichen Gruppierungen gründlich zu überdenken.

Die Autoren fragen: "Was folgt nach einzelnen Tritten und Schlägen gegen Medienvertreter?" Sie erwarten von den Innenministerien und der Polizei, dass sie Angriffe auf Journalisten unterbinden. Wer die Meinungs- und Pressefreiheit derart beschädige, greife die Demokratie insgesamt an. MDR, Zeitungsverlegerverband und Journalistenverbände schließen auch juristische Schritte nicht aus.

Vergangene Woche waren bei einer Pegida-Demonstration in Dresden zwei Journalisten angegriffen und verletzt worden. Die Staatsanwaltschaft Dresden hat gegen den Gründer der Bewegung, Lutz Bachmann, Anklage wegen Volksverhetzung erhoben. Sie wirft dem Unternehmer vor, am 19. September 2014 auf seiner Facebook-Seite Kriegsflüchtlinge und Asylbewerber unter anderem als "Gelumpe" und "Viehzeug" beschimpft zu haben. Durch seine Einträge habe er in Kauf genommen, den öffentlichen Frieden zu stören, hieß es in einer Mitteilung.

Die Pegida-Bewegung hat weiterhin Zulauf. Am Montag nahmen nach einer ersten Auszählung von Studenten der Technischen Universität Dresden bis zu 9.000 Menschen teil. Auf dem Neumarkt schwenkten sie deutsche Fahnen und hielten Schilder mit Parolen gegen Flüchtlinge. In der Vorwoche war die Teilnehmerzahl auf 7.500 geschätzt worden.