Pegdia-Chef Lutz Bachmann hat sich für den hetzerischen Auftritt des deutsch-türkischen Autors Akif Pirinçci bei der Kundgebung des fremdenfeindlichen Bündnisses in Dresden entschuldigt. Bei Facebook schrieb er am Dienstag von einem "gravierenden Fehler". Pirinçci habe am Montagabend vor der Semperoper eine nicht abgesprochene Rede gehalten. "Ich hätte in diesem Moment die einzig richtige Entscheidung treffen müssen und sofort das Mikro abschalten." Er trage die alleinige Schuld "für diesen unmöglichen Auftritt", deshalb bleibe ihm nichts übrig, als sich "öffentlich und aufrichtig zu entschuldigen". 

Vor allem der Satz in Pirinçcis Rede, "es gäbe natürlich andere Alternativen, aber die KZs sind ja leider derzeit außer Betrieb", hatte für Empörung gesorgt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Volksverhetzung.  

Inzwischen hat die Verlagsgruppe Random House alle Verträge mit Pirinçci gekündigt. Die Verlagsgruppe teilte auf Twitter mit, sie distanziere sich von Pirinçci. In einer Pressemitteilung hieß es: "Der Schutz von Demokratie und Menschenrechten ist für uns ein zentraler Bestandteil unseres verlegerischen Schaffens, ebenso wie der Respekt vor Traditionen und dem Wunsch nach kultureller Vielfalt. Die Aussagen von Akif Pirinçci stehen diesen Werten diametral entgegen." Der Verlag kündigte an, die schon vor Jahren veröffentlichten und ausschließlich belletristischen Bücher von Akif Pirinçci ab sofort nicht mehr zu verkaufen.

Bei den Random-House-Verlagen Heyne, Goldmann und Diana sind von 1980 bis 2012 zahlreiche Bücher Pirinçcis erschienen, darunter Katzenkrimis wie Felidae und Francis mit denen Pirinçci bekannt wurde. Pirinçcis letzte zwei Bücher, Deutschland von Sinnen. Der irre Kult um Frauen, Homosexuelle und Zuwanderer (2014) und Die große Verschwulung. Wenn aus Männern Frauen werden und aus Frauen keine Männer (2015) sind im Manuscriptum Verlag erschienen. Der Verlag pflegt eine große Nähe zu rechtspopulistischen und rechtsextremen Autoren

Pirinçci zählte zu den Hauptrednern der Kundgebung zum Jahrestag der Pegida-Bewegung. In seiner Rede hatte er einen angeblichen Vorfall in Hessen geschildert, bei dem ein CDU-Politiker einem Kritiker einer Flüchtlingseinrichtung gesagt haben soll, er könne Deutschland jederzeit verlassen. Pirinçci sagte, offenbar habe die Politik die Angst und den Respekt vor dem eigenen Volk so restlos abgelegt, dass ihm schulterzuckend die Ausreise empfohlen werden könne, wenn es nicht pariere. Danach sagte er den Satz: "Es gäbe natürlich andere Alternativen. Aber die KZs sind ja leider derzeit außer Betrieb."

Pirinçci bekam zumindest von einem Teil der 15.000 bis 20.000 Teilnehmer der Pegida-Kundgebung Applaus. Die Pegida-Verantwortlichen um Gründer Lutz Bachmann ließen Pirinçci nach diesen Äußerungen gewähren. Bachmann beendete die Pirinçci-Rede zwar vorzeitig, dies aber mit Hinweis auf die fortschreitende Zeit. Die gesamte Rede war durchsetzt von verbalen Ausfällen und Anfeindungen, so sprach Pirinçci von einer "Moslem-Müllhalde" in Deutschland, warnte vor einer "Umvolkung", bezeichnete die Flüchtlinge als "Invasoren" und nannte Politiker "Gauleiter gegen das eigene Volk".