Die Galgenattrappe für Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel und Kanzlerin Angela Merkel auf der Pegida-Demonstration am Montag in Dresden © Markus Schreiber/AP/dpa

Der Staatsanwalt, der wegen zwei Galgenattrappen bei der Pegida-Demonstration am vergangenen Montag in Dresden ermittelt, hat Morddrohungen erhalten. Bei der Dresdner Staatsanwaltschaft sind mehrere entsprechende E-Mails eingegangen, sagte ein Sprecher des Justizministeriums. Die Staatsanwaltschaft hat ein Verfahren wegen Bedrohung eingeleitet, um den anonymen Absender zu identifizieren. 

Dieser hatte unter anderem in seiner Mail geschrieben: "Für Euch ist die Schlinge auch schon geknüpft" und: "Wir kriegen Euch alle". In einer anderen Mail des gleichen Verfassers wird dem Staatsanwalt Jan Hille mit Erschießung gedroht, "es käme der Tag der Abrechnung", zitierte Hille aus der Nachricht. Der Jurist hatte am Vortag über Ermittlungen der Dresdner Staatsanwaltschaft zum Pegida-Galgen informiert.

Justizminister Sebastian Gemkow (CDU) verurteilte die Anfeindungen. "Bedrohungen und Beschimpfungen gegenüber Staatsanwälten und Richtern darf es nicht geben", sagte er. Gemkow sieht das auch als Angriff auf die gerade im Osten Deutschlands mühsam errungene unabhängige Justiz. "Ein Angriff auf sie ist ein Angriff auf den Staat und damit auf uns alle", sagte der Minister.  

Der Mann, der die für Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) "reservierte" Galgenattrappe auf die Demonstration mitgebracht hatte, wird noch gesucht. Der Fall hatte bundesweit Empörung ausgelöst.