Eine Mehrheit der Deutschen bewertet einer Umfrage zufolge die Arbeit von Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Flüchtlingskrise als eher schlecht. 52 Prozent der Befragten teilen diese Einschätzung, heißt es im aktuellen ZDF-Politbarometer. 43 Prozent hielten Merkels Arbeit dagegen für gut. 50 Prozent der Befragten vertraten die Ansicht, Deutschland könne die vielen Flüchtlinge nicht verkraften, 47 Prozent halten dagegen.

Der Umgang von Bundesinnenminister Thomas de Maizière mit der Krise werde inzwischen besser bewertet als im September: 45 Prozent der Befragten hielten seine Arbeit für gut, im September waren lediglich 34 Prozent dieser Meinung. Der Minister hatte sich zuletzt verstärkt dafür eingesetzt, den Zuzug einzugrenzen.

Dass Merkel wegen des parteiinternen Streits über den Kurs in der Flüchtlingspolitik vorzeitig ihr Amt verlieren wird, erwarten nur 19 Prozent der Befragten. 79 Prozent sehen dies nach Angaben des ZDF nicht. Ebenso viele Befragte befürworteten die Einzelfallprüfung der Asylanträge auch bei syrischen Flüchtlingen. Zugleich spreche sich eine Mehrheit von 63 Prozent für das Recht anerkannter Asylbewerber aus, Ehepartner und Kinder nach Deutschland nachkommen zu lassen.

Schäuble weiterhin wichtigster Politiker

Insgesamt ist die Union in der Wählergunst trotz der zunehmenden Kritik nicht abgerutscht. Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die CDU/CSU unverändert auf 39 Prozent. Allerdings würde sich die AfD um zwei Punkte auf acht Prozent verbessern.

De Maizière hat die Rückkehr zu der vor einem Jahr ausgesetzten Einzelfallprüfung für syrische Asylbewerber angeordnet. Zudem macht er sich für Einschränkungen beim Familiennachzug syrischer Flüchtlinge stark. In der Koalition hatte der Minister Verärgerung damit ausgelöst, dass er Entscheidungen zur Flüchtlingspolitik ohne Absprache mit dem Kanzleramt getroffen hat.

Auf Platz eins der wichtigsten zehn Politiker liegt der Umfrage zufolge weiterhin Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), gefolgt von Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und dem CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach. Merkel steht unverändert auf Platz vier.