Der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, hat sich gegen die bayerische Forderung nach eigenen Grenzkontrollen gestellt. "Für die Grenzsicherung ist die Bundespolizei zuständig", sagte Wendt der Passauer Neuen Presse. Der Bund verweise hier zu Recht auf seine Zuständigkeit. Wendt stellte sich damit hinter die entsprechende Absage des Bundesinnenministeriums an die bayerische Staatsregierung.

Zugleich äußerte der Polizeigewerkschaftschef Verständnis für die bayerische Position: "Ich kann den bayerischen Innenminister verstehen, wenn er hier kritisiert, dass der Bund seinen Aufgaben nicht nachkommt." Der Bund verpflichte die Bundespolizei seit Monaten dazu, mit Tausenden von Beamten polizeifremde Aufgaben wahrzunehmen. "Die Bundespolizisten, die in der Flüchtlingshilfe eingesetzt werden, müssten endlich entlastet und durch anderes Personal ersetzt werden. Dann könnte die Bundespolizei wieder die Grenzen viel besser kontrollieren", sagte Wendt.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte in einem Gespräch mit der Welt am Sonntag gefordert, Bayern solle einige seiner Grenzübergänge angesichts des Personalmangels bei der Bundespolizei selbst kontrollieren. Er kritisierte, dass der Bund ein entsprechendes Angebot aus München abgelehnt habe, und verwies auf die Bedrohung durch den internationalen Terrorismus.