Ab dem 1. Januar wird wieder jeder Fall eines Flüchtlings aus Syrien ausführlich geprüft. Damit kehrt das Bundesamt für Migration (Bamf) zur alten Regelung zurück, nach der die Herkunft, Ausbildung und der Fluchtweg aller neu ankommenden Flüchtlinge genau überprüft wird. Das teilte das Bamf mit und bestätigte einen entsprechenden Bericht der Bild-Zeitung.

Das Bamf hatte angekündigt, die Einzelfallprüfung wieder einzuführen. Dafür aber bisher keinen Termin genannt. Wegen der hohen Flüchtlingszahlen hatte die Behörde Ende vergangenen Jahres damit begonnen, Asylanträge aus Ländern mit hoher Anerkennungsquote, unter anderem Syrien, nur noch nach Aktenlage zu bearbeiten. In diesem Jahr kamen die meisten Flüchtlinge aus Syrien. Bis Ende November zählte das Bamf 132.564 Erstanträge von Syrern.

Die Einzelfallprüfung werde nach Einschätzung von Experten des Bamf zu einer deutlichen Verlangsamung der Bearbeitung führen, hieß es in dem Bild-Bericht.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte in ihrer Neujahrsansprache angekündigt, sie plane "die Zahl der Flüchtlinge nachhaltig und dauerhaft spürbar zu verringern". Die Flüchtlingskrise nannte Merkel eine Chance. "Denn wir haben ein großartiges bürgerschaftliches Engagement und ein umfassendes Konzept politischer Maßnahmen."