Flüchtlinge werden in Hanau bei ihrer Ankunft untersucht. © Kai Pfaffenbach/Reuters

Die in Deutschland ankommenden Flüchtlinge sind nach Angaben von Bundesärztepräsident Frank-Ulrich Montgomery "übernormal gesunde Menschen". Das Gesundheitssystem würde weniger stark belastet als zunächst befürchtet, sagte Montgomery der Zeitung Die Welt. "Sie schleppen keine Infektionskrankheiten ein, und es kommen auch keine chronisch Kranken."

In der Regel seien es junge dynamische Männer. Befürchtungen vor einer Überforderung des Gesundheitssystems durch Flüchtlinge seien deshalb falsch. Die durchschnittlichen Gesundheitskosten eines Asylbewerbers liegen laut Montgomery bei 2.300 Euro. Das sind 600 Euro weniger als bei einem Deutschen.

Der Ärztepräsident lobte auch die hohe Impfbereitschaft der Flüchtlinge und bekräftigte seine Forderung nach einer Impfpflicht in Deutschland für bestimmte Krankheiten wie Masern. Um den Verwaltungsaufwand zu vermindern, plädiert er für die Einführung einer Gesundheitskarte für Flüchtlinge.