Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrer Neujahrsansprache © Ukas Michael/Pool/Getty Images

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat in ihrer Neujahrsansprache erneut für die Aufnahme und Integration von Flüchtlingen geworben. Viele Menschen seien in Syrien und Afrika dem Tod entronnen, heißt es in dem vorab veröffentlichten Redemanuskript. "Es ist selbstverständlich, dass wir ihnen helfen und Menschen aufnehmen, die bei uns Zuflucht suchen", sagt Merkel in der Rede, die am Silvesterabend ausgestrahlt werden soll.

"Wir schaffen das", wiederholte Merkel ihr Credo aus dem Sommer, "denn Deutschland ist ein starkes Land." Die große Aufgabe der Integration der Flüchtlinge werde "Zeit, Kraft und Geld" kosten. Dabei werde Deutschland von Fehlern aus der Vergangenheit lernen. 

Die Werte, Gesetze, Traditionen und Sprache der Deutschen seien Grundvoraussetzungen für ein respektvolles Zusammenleben und gelten für jeden, der hier bleiben wolle. "Von gelungener Einwanderung aber hat ein Land noch immer profitiert – wirtschaftlich wie gesellschaftlich." Deutschland habe schon mehrfach vor großen Herausforderungen gestanden, hätte sie stets gemeistert und sei daran gewachsen.

Die Bundeskanzlerin dankt in der Rede den freiwilligen und hauptamtlichen Helfern "für ihre Herzenswärme und ihre Einsatzbereitschaft", mit der sie die nach Deutschland Geflohenen empfangen haben. Sie alle würden Herausragendes leisten und täten weit mehr, als ihre Pflicht sei. Diese "überwältigende und tatsächlich bewegende Welle spontaner Hilfsbereitschaft" werde für immer mit dem Jahr 2015 verbunden sein.

Angesichts des deutlichen Anstiegs fremdenfeindlicher Gewalt sagte Merkel, Deutschland dürfe sich nicht spalten lassen. Es käme darauf an, "denen nicht zu folgen, die mit Kälte oder gar Hass in ihren Herzen ein Deutschsein allein für sich reklamieren und andere ausgrenzen wollen". In ihrer Neujahrsansprache im vorigen Jahr hatte sie in ähnlichen Worten davor gewarnt, sich der fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung anzuschließen.

Das ZDF kündigte an, die Neujahrsansprache kurz nach der Ausstrahlung im Fernsehen in seiner Mediathek auch mit englischen und arabischen Untertiteln bereitzustellen. Damit wolle das ZDF möglichst viele Flüchtlinge erreichen. Die Weihnachtsansprache von Bundespräsident Gauck ist bereits mit arabischen und englischen Untertiteln abrufbar.