Die AfD hat bei ihren Mitgliedern und Unterstützern innerhalb von knapp zwei Wochen 1,34 Millionen Euro an Spenden eingesammelt. Damit will die Alternative für Deutschland nach den Worten von Pressesprecher Christian Lüth Verluste ausgleichen, die ihr durch eine Änderung des Parteiengesetzes entstehen. Aber: "Damit sind wir noch lange nicht im grünen Bereich", sagte er.

Ein neues Gesetz, das am Freitag den Bundesrat passiert hatte, verhindert, dass die AfD weiter den Umsatz ihres Onlinegoldshops als Einnahmen verbuchen kann. Diesen bislang legalen Trick hatte die Partei angewandt, um mehr staatliche Zuschüsse zu erhalten. Deren Höhe hatte sich nicht nur nach der Zahl der Wählerstimmen bemessen, sondern auch nach den Beträgen, die eine Partei von ihren Anhängern erhält. Jetzt gelten nur noch Spenden und Mitgliedsbeiträge als Einnahmen, nicht mehr Umsätze.

Die AfD bezeichnet sich als Partei, die "sehr schnell sehr viel Erfolg bei den Wählern erzielt" habe. Daher verfüge sie zwar über viele Stimmen, nicht jedoch über ein gewachsenes Netzwerk aus Mitgliedern und sonstigen Unterstützern. Um Fördergeld abschöpfen zu können, habe sie daher nach "neuen Wegen" zur Einnahmesteigerung gesucht – und war auf die Idee des parteieigenen Goldhandels gekommen.

Beim Verkauf ihrer Goldbarren und -münzen wollte die AfD angeblich nur einen "begrenzten Gewinn" erzielen. Die Regierungsparteien vermuten dahinter jedoch einen Verkauf in etwa zum Beschaffungspreises und ohne Gewinnabsicht, um das Umsatzvolumen zu steigern und damit auch die staatliche Förderung. Laut AfD ist das jedoch "kein Argument" – sie sieht in dem neuen Gesetz einen "finanziellen Angriff".

Die Spender reagierten auf einen Bettelbrief des Parteivorstandes. Darin war suggeriert worden, die Bundestagsparteien wollten die AfD, die in Wählerumfragen zuletzt zugelegt hatte, finanziell in die Knie zwingen. Laut Lüth gingen ausschließlich kleinere Beträge ein.

Zu Beginn des Spendenaufrufs hatte es eine Aktion gegeben, zu der unter anderem von Der Partei und einigen Antifa-Gruppen aufgerufen wurde. Um der AfD zu schaden, sollten nur kleine Beträge zwischen einem und zehn Cent an die Partei gespendet werden. In diesem Fall liegen die Gebühren für den Dienstleister der Onlineüberweisung über dem eigentlich gespendeten Betrag. Die AfD gab sich allerdings gelassen und sprach über eine Summe von 266.000 Euro, die zu diesem Zeitpunkt bereits gespendet worden sein sollte.