Neben Übergriffen auf Asylbewerberunterkünfte gibt es in Deutschland eine Vielzahl weiterer Delikte, die sich gegen Flüchtlinge oder ihre Helfer richten. Im laufenden Jahr wurden bis Mitte November 1.610 überwiegend rechtsradikal motivierte Delikte gezählt, die im Zusammenhang mit der "Unterbringung von Asylbewerbern" stehen. Das geht aus einer Antwort auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion hervor.

2014 waren 895 Delikte dieser Art gezählt worden. Es handelt sich dabei um alle politisch motivierten Straftaten rund um die Flüchtlingsunterbringung – also auch Hetze im Netz, Sachbeschädigungen oder Körperverletzungen bei Demonstrationen gegen Asylunterkünfte.

In der öffentlichen Debatte spielte zuletzt lediglich die Zahl der Angriffe auf Asylunterkünfte eine Rolle. Bis zum 7. Dezember verzeichneten die Ermittler hier 817 Fälle – und damit etwa viermal so viele wie 2014. Die Behörden hatten erst Anfang 2014 begonnen, Übergriffe gegen Asylunterkünfte gesondert zu erfassen.

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter sagte, die Zahlen zu Attacken gegen Unterkünfte gäben nicht im Ansatz das wirkliche Ausmaß an Übergriffen wieder. "Die neuesten Zahlen zeigen eine besorgniserregende Entwicklung auf", sagte er. "Rechte Gewalt hat in Deutschland eine neue tragische Dimension erreicht."

Die Bundesregierung will nun – möglichst ab 1. Januar 2016 – weitere Bereiche herausgreifen: Übergriffe gegen Asylbewerber, politisch motivierte Auseinandersetzungen zwischen Flüchtlingen und Übergriffe gegen Hilfsorganisationen und freiwillige Helfer, die sich für Flüchtlinge engagieren. Das kündigte das Innenministerium in der Antwort auf die Kleine Anfrage an.