Viele Flüchtlinge sind mit der schleppenden Bearbeitung ihrer Asylanträge unzufrieden und ziehen deshalb vor Gericht. Zum Jahresende 2015 lagen deutschlandweit 2.299 sogenannte Untätigkeitsklagen von Asylbewerbern gegen das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) bei den Verwaltungsgerichten vor. Das berichtet die Thüringer Allgemeine unter Berufung auf eine Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linken. Demnach wurden die meisten Klagen von Asylsuchenden aus Afghanistan (560), dem Irak (337), Eritrea (217) und Syrien (207) eingereicht.

Die Linken-Bundestagsabgeordnete Sevim Dağdelen, die die Anfrage gestellt hatte, kritisierte, dass Asylsuchende zum Teil viele Monate warten müssten, bis sie überhaupt einen Antrag stellen könnten. "Das ist untragbar und rechtswidrig. Das ist organisiertes Staatsversagen", sagte sie der Zeitung.

Das Innenministerium erklärte, das Personal des Bamf sei im vergangenen Jahr um etwa 40 Prozent aufgestockt worden. Zudem habe die Behörde 20 neue Außenstellen eröffnet und 400 Sonderentscheider eingesetzt, die ausschließlich Altfälle bearbeiteten.

Um das Verfahren zu optimieren, würden die Asylverfahren inzwischen je nach Herkunftsregion und Bearbeitungsaufwand in drei Gruppen eingeteilt. Die Zahl der 2015 getroffenen Entscheidungen habe sich auf diese Weise von 128.911 im Jahr 2014 auf 282.726 mehr als verdoppelt, so das Ministerium.