Bei der Bundesanwaltschaft hat sich innerhalb eines Jahres die Zahl der Verfahren gegen mutmaßliche Terroristen und ihre Unterstützer verdreifacht. Inzwischen seien die Karlsruher Ermittler bei insgesamt 136 Verfahren gegen 199 Beschuldigte angelangt, sagte Generalbundesanwalt Peter Frank. Ende 2014 seien es noch 42 Verfahren mit 80 Beschuldigten gewesen. Damals war die Zahl bereits sprunghaft angestiegen. Ende 2013 hatte es laut Bundesanwaltschaft zunächst nur fünf Verfahren gegen acht Beschuldigte im Bereich des islamistischen Terrorismus gegeben.

"Bisher haben wir 17 Anklagen erhoben", sagte Frank. Sieben Urteile seien bereits ergangen. Die Schuldsprüche lauteten entweder auf Unterstützung oder auf Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung bis hin zu versuchtem Mord.

Das Spektrum der verhängten Strafen reiche bei Terrorhelfern von einem Jahr und neun Monaten auf Bewährung bis zu einer Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten. Gegen Syrien-Rückkehrer seien Strafen von zweieinhalb Jahren für etwa drei Wochen Mitgliedschaft bei der Extremisten-Miliz "Islamischer Staat" (IS) bis hin zu elf Jahren Haft verhängt worden.

"Die Urteile zeigen, dass die Teilnahme am Bürgerkrieg in Syrien und im Irak keine Bagatelle ist und konsequent geahndet wird", sagte der Generalbundesanwalt. Andererseits verbauten sie den Betroffenen gerade bei nur kurzfristigen Aufenthalten im Kriegsgebiet auch nicht die Rückkehr in die Gesellschaft.