CDU-Bundesvize Julia Klöckner sieht ihre Vorschläge zur Reduzierung der Flüchtlingszahlen nicht im Widerspruch zum Kurs von Kanzlerin Angela Merkel. "Ich unterstütze die Politik der Kanzlerin ausdrücklich", sagte die rheinland-pfälzische CDU-Landesvorsitzende der Passauer Neuen Presse. Bei ihren Vorschlägen handele es sich nicht um einen Plan B. "Plan B heißt ja, dass Plan A gescheitert wäre. Das ist nicht der Fall", sagte Klöckner. "Deshalb ist mein Plan A2 kein Ersatz, sondern eine Ergänzung."

In einem nach Agenturberichten eng mit Kanzlerin Merkel abgestimmten Konzept spricht sich Klöckner für tagesaktuelle Flüchtlingskontingente und die Einrichtung von Grenzzentren aus. Dort solle künftig über die Aufnahme von Flüchtlingen entschieden werden. Die SPD, die Grünen und die Linken lehnten die Vorschläge strikt ab.

"Für eine europäische Herausforderung brauchen wir eine europäische Lösung und die Fluchtursachen können wir nur im Schulterschluss mit Partnern weltweit bekämpfen", sagte Klöckner der Zeitung. "Bis europäische Pläne beschlossen sind und wirken, dauert es mir zu lange. Deshalb müssen wir jetzt handeln, statt uns von den Entscheidungen anderer treiben oder blockieren zu lassen."

Zur Höhe der von ihr vorgeschlagenen Flüchtlingskontingente sagte die CDU-Politikerin: "Wir schlagen flexible Kontingente vor, deshalb kann ich keine konkrete Zahl nennen." Entscheidendes Kriterium sei die Aufnahmefähigkeit der Länder und Kommunen. "Flexible Kontingente bieten da eine Steuerungsmöglichkeit, natürlich mit dem Ziel, diese schrittweise abzusenken," so Klöckner.