Mehr als die Hälfte der Bundesländer will in diesem Jahr trotz steigender Ausgaben in der Flüchtlingskrise ohne neue Schulden auskommen. Darunter sind laut einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa die fünf ostdeutschen Länder Thüringen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen. Auch Bayern und Baden-Württemberg sowie die Stadtstaaten Hamburg und Berlin wollen – ebenso wie Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) im Bund – 2016 keine neuen Schulden aufnehmen.

Im Jahr 2020 tritt die Schuldenbremse in Kraft, die ein Verbot der Nettokreditaufnahme in den Ländern festschreibt. In sieben Bundesländern ist das Ziel der schwarzen Null noch nicht erreicht. Die höchste Neuverschuldung in diesem Jahr erwartet das Finanzministerium in Nordrhein-Westfalen mit 1,8 Milliarden Euro, gefolgt von Hessen mit 638 Millionen Euro und Niedersachsen mit 480 Millionen Euro.

Gemessen an der Bevölkerungsgröße lag die Neuverschuldung im vergangenen Jahr in Bremen am höchsten. Der Stadtstaat kam 2015 auf 310 Millionen Euro neue Schulden. Auch in diesem Jahr werden die Gesamtschulden des kleinsten Bundeslandes weiter wachsen – wie auch in Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und dem Saarland.