Bundeskanzlerin Angela Merkel verurteilt die Übergriffe in Köln. © Yves Herman/Reuters

Kanzlerin Angela Merkel hat nach den Übergriffen auf Frauen vor dem Kölner Hauptbahnhof eine harte Antwort des Rechtsstaats gefordert. Es müsse alles daran gesetzt werden, die Schuldigen so schnell und so vollständig wie möglich zu ermitteln und ohne Ansehen ihrer Herkunft oder ihres Hintergrundes zu bestrafen, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert.

Nach seinen Angaben sprach Merkel am Nachmittag mit der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker über die Vorgänge. "Die Bundeskanzlerin drückte ihre Empörung über diese widerwärtigen Übergriffe und sexuellen Attacken aus." Auch ließ sie sich von Reker über die Ergebnisse des Krisentreffens von Polizei und städtischen Behörden berichten. Mit Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) stehe die Bundeskanzlerin in engem Kontakt und lasse sich über die Ermittlungsarbeiten informieren.

In der Silvesternacht waren am Kölner Hauptbahnhof zahlreiche Frauen aus einer Gruppe von mehr als tausend Menschen bestohlen und massiv sexuell belästigt worden. Beim Großteil der Täter soll es sich um junge Heranwachsende aus nordafrikanischen Herkunftsländern und dem Nahen Osten gehandelt haben. Wegen der Straftaten am Dom und am benachbarten Bahnhofsvorplatz wurden rund 90 Anzeigen erstattet.

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) sprach von einer "völlig neuen Dimension organisierter Kriminalität". Die Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, Hannelore Kraft, sagte, wo es möglich sei, sollten Straftäter abgeschoben werden. Reker kündigte ein neues Sicherheitskonzept an, um solche Vorfälle künftig zu verhindern. Dies gelte auch für die anstehende fünfte Jahreszeit: "Wir werden uns das Karneval-Feiern nicht nehmen lassen", sagte sie.