Nach tagelangem Hin und Her ist eine Live-Fernsehdebatte vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg mit Beteiligung der AfD nun doch möglich. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und sein Stellvertreter Nils Schmid (SPD) rückten jetzt von ihrer Weigerung ab, an einer Elefantenrunde im SWR-Fernsehen gemeinsam mit dem AfD-Spitzenkandidaten aufzutreten.

Der SWR habe deutlich gemacht, dass der "Extremismus in einer um AfD und Linkspartei erweiterten Elefantenrunde eine zentrale Rolle spielen wird und die direkte Auseinandersetzung mit dem rechtsradikalen Kern der AfD in einem solchen Format möglich ist", begründeten Kretschmann und Schmid in einer gemeinsamen Erklärung ihren Schwenk. "An einer solchen Debatte werden wir teilnehmen und die AfD stellen."

Zuvor war bekannt geworden, dass die beiden Politiker ihre Teilnahme an zwei Diskussionsrunden der Stuttgarter Zeitung und der Stuttgarter Nachrichten zugesagt hatten, an denen auch AfD-Spitzenkandidat Jörg Meuthen teilnimmt. Die Mitwirkung an einer Runde mit vergleichbarer Besetzung im SWR-Fernsehen hatten sie hingegen bis dahin abgelehnt.

SWR-Intendant Peter Boudgoust hatte die Zusage der Politiker für die Zeitungsrunden in einer Erklärung am Nachmittag dann als "überraschend" bezeichnet und beide aufgefordert, sich nun auch für die Diskussion im SWR-Fernsehen zur Verfügung zu stellen.

In ihrer Erklärung rechtfertigten Kretschmann und Schmid ihre Zurückhaltung so: "Die AfD ist keine normale Partei wie die anderen, sondern vertritt rechtspopulistische bis rechtsradikale Inhalte und duldet Rassismus und Rassisten in ihren Reihen. Deshalb schien uns ein herkömmliches Veranstaltungsformat zur Landtagswahl nicht angemessen zu sein."

Auch im benachbarten Rheinland-Pfalz gibt es nach langem Hin und Her am 10. März eine SWR-Fernsehrunde zur Wahl mit CDU, SPD, Grünen, AfD, FDP und Linken. Jedoch lehnt die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer eine Debatte mit der AfD ab. Die SPD schickt – das ist jedenfalls der letzte Stand der Dinge – ihren Landeschef Roger Lewentz in die Runde.