An den TV-Debatten vor den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz werden keine Spitzenkandidaten der AfD teilnehmen. Es werden nur Politiker der Parteien eingeladen, die in den Landtagen vertreten sind. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und Baden-Württembergs Regierungschef Winfried Kretschmann (Grüne) hätten gedroht, ihre Auftritte abzusagen, falls AfD-Politiker eingeladen würden, sagte SWR-Intendant Peter Boudgoust.

Er habe dies mit "zusammengebissenen Zähnen" akzeptiert, sagte Boudgoust. Zwar halte er es für falsch, dass sich die Politiker weigern, er habe aber keine Alternative gehabt, als dem Wunsch von SPD und Grünen zu entsprechen. Die rechtskonservative Partei kommt in Umfragen auf fünf bis acht Prozent der Wählerstimmen in Rheinland-Pfalz sowie auf sechs bis zehn Prozent der Stimmen in Baden-Württemberg. Damit würde die AfD in die Landesparlamente einziehen. 

An der TV-Debatte zu der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz werden nun Dreyer, CDU-Spitzenkandidatin Julia Klöckner sowie die Grünen-Politikerin Eveline Lemke teilnehmen. Anschließend sollen Interviews mit den Spitzenkandidaten von FDP, Linkspartei und AfD gezeigt werden. Ähnlich ist das Konzept der Sendung zu der Wahl in Baden-Württemberg. Dazu wurden neben Kretschmann die Kandidaten von CDU, SPD und FDP eingeladen. Zwei zuvor aufgezeichnete Gespräche mit dem Chef der Linken, Bernd Riexinger, und AfD-Kandidat Jörg Meuthen würden im Anschluss gesendet – ungeschnitten, wie der SWR mitteilt.

In beiden Bundesländern wird am 13. März ein neuer Landtag gewählt. Rheinland-Pfalz wird derzeit von einem rot-grünen Bündnis unter Dreyer geleitet. In Baden-Württemberg regiert Kretschmann mit einem grün-roten Bündnis. Laut den Umfragen der Meinungsforschungsinstitute zeichnet sich in beiden Ländern keine eindeutige Mehrheit ab. Die FDP hat demnach gute Chancen, in beide Landesparlamente gewählt zu werden.