Eine Flüchtlingsfamilie aus Syrien geht in Niedersachsen spazieren. © Julian Stratenschulte/dpa

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) wendet sich gegen Pläne der Union, den Familiennachzug einzuschränken. "Das wäre ein großer Fehler für die Integration", sagte Schwesig der Welt am Sonntag. Es sei etwas anderes, 100 Familien zu integrieren als 100 allein reisende Männer. "Die Kinder haben eine hohe Integrationskraft", betonte Schwesig. "Sie leben sich schnell in Kita und Schule ein und bauen ihren Familien Brücken."

Die Union will die Bedingungen für die Familienzusammenführung im zweiten Asylrechtspaket verschärfen, um die Zahl der Flüchtlinge zu begrenzen. So sollen Kinder und Ehepartner, die in einem sicheren Drittstaat wie der Türkei leben, nicht nachreisen dürfen. Große Teile der SPD halten dagegen.

Unter den gut eine Million Flüchtlingen, die seit Anfang 2015 nach Deutschland gekommen sind, sind viele alleinreisende Männer. Die meisten wollten ihren Familien die gefährliche Flucht ersparen und sie mit einem Visum gefahrlos nachholen, sobald sie in Europa angekommen sind. Da dies aber erst nach Beendigung des – meist monatelangen – Asylverfahrens möglich ist, sind bislang die wenigsten Familien zusammengeführt worden.