Insgesamt 36 Politiker der Piratenpartei aus ganz Deutschland unterstützen künftig die Partei Die Linke. Das kündigten der Vorsitzende der Berliner Piratenfraktion, Martin Delius, und der Berliner Linke-Vorsitzende, Klaus Lederer, nach einem gemeinsamen Treffen an. Im Berliner Abgeordnetenhaus-Wahlkampf werde die Linkspartei in den kommenden Monaten von namhaften Ex-Piraten unterstützt.

Darunter sind Berliner Abgeordnete wie Oliver Höfinghoff und Simon Weiß sowie einstige Piraten-Vorstände aus Trier und Bremen. Ebenso gehören der NRW-Landtagsabgeordnete Daniel Schwerd, das frühere Mitglied im Bundesvorstand, Julia Schramm, und der Ex-Vorstand der Piratenpartei Sachsen, Florian Bokor, dazu. Sie unterzeichneten eine Erklärung mit dem Titel Aufbruch in Fahrtrichtung links. In dem Aufruf heißt es: "Eine Erkenntnis des Jahres 2015 ist: Die Piratenpartei ist tot." Man habe sich entschieden, "die Linke in Berlin im Jahr 2016 und darüber hinaus kritisch und solidarisch zu unterstützen".

Delius sagte dem Tagesspiegel: "Wir werden in der Linken keine neue Strömung aufmachen, wir Ex-Piraten verstehen uns eher als loses Netzwerk. Ich habe den Eindruck, bei den Linken gibt es einen großen Willen zur Öffnung." Die Grünen seien für ihn nicht infrage gekommen, dort gebe es "mehr Angst vor Neuen".

Delius, der im Dezember aus der Piratenpartei austrat, will zunächst weiterhin nicht in die Linke eintreten und auch nicht auf einer Liste bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl am 18. September in diesem Jahr antreten. Er sagte aber auch auf eine Frage zu seiner Planung über 2016 hinaus: "Ich kann für die Zukunft gar nichts ausschließen." Auch Lederer schloss eine direkte Mitarbeit von Delius irgendwann nicht aus. 

Die Piraten sitzen seit einigen Jahren in den Landtagen in Berlin, Schleswig-Holstein, NRW und im Saarland. Zuletzt konnten sie keine Wahlerfolge mehr erzielen. Einige ehemalige Piraten-Vorstände wechselten bereits zur FDP.