Eine Drohne des Typs Heron TP auf einem Luftwaffenstützpunkt bei Tel Aviv. © Gil Cohen Magen/Reuters

Die Bundeswehr will einem Pressebericht zufolge israelische Aufklärungsdrohnen des Typs Heron TP beschaffen, die auch bewaffnet eingesetzt werden können. Der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet, das Verteidigungsministerium habe sich gegen das US-Konkurrenzmodell des Typs Predator entschieden. Die Drohnen vom Typ Heron TP sollen vor allem zur Aufklärung eingesetzt werden, doch können sie auch Raketen auf Bodenziele abfeuern.

"Ein Jahr nach der grundsätzlichen Entscheidung der Ministerin, bewaffnungsfähige Drohnen für die Bundeswehr zu beschaffen, wurde nun festgelegt, ein israelisches Modell zu beschaffen", sagte der Grünen-Wehrexperte Tobias Lindner. Die Heron TP soll als vorübergehende Lösung beschafft werden und später durch eine waffenfähige Drohne ersetzt werden, die derzeit mit Frankreich und Italien entwickelt wird und etwa 2025 in die Produktion gehen soll.

Deutschland hatte die Weiterentwicklung der Aufklärungsdrohne Euro Hawk  gestoppt, weil eine Zulassung für den deutschen Luftraum fehlte und die Kosten aus dem Ruder liefen. Nach dem Debakel mit dem Rüstungsprojekt suchte das Verteidigungsministerium nach einem Ersatz für die Bundeswehr, bis eine langfristige Alternative bereitsteht. Dafür wurde im Mai zusammen mit Italien und Frankreich ein eigenes Projekt in Auftrag gegeben.