Die Münchener Polizei hat den Hauptbahnhof und den Bahnhof Pasing am Neujahrsmorgen wieder freigegeben. Die Bahnhöfe waren aufgrund von Hinweisen auf einen möglichen Terroranschlag in der Silvesternacht geräumt und gesperrt worden. Die Polizei bleibt allerdings in Alarmbereitschaft. Am späten Silvesterabend hatte die Polizei eine Terrorwarnung veröffentlicht und die beiden Bahnhöfe evakuiert. Auch am Neujahrsmorgen sei die Polizeidichte in der Stadt höher als üblich, teilte eine Sprecherin am Freitag mit. Die Fahndung nach möglichen Attentätern laufe weiter. Festnahmen habe es bislang keine gegeben. Es gebe "noch keine direkte Entspannung", sagte ein Sprecher am Freitagmorgen.

"Die Kollegen der Kriminalpolizei sind weiter an der Arbeit, um festzustellen, was an den Hinweisen dran ist und sie gegebenenfalls zu konkretisieren", sagte die Sprecherin. Eine Reihe besorgter Bürger habe sich in der Nacht mit verdächtigen Beobachtungen bei der Polizei gemeldet, bei der Überprüfung habe sich aber nichts ergeben.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann gab auf einer Pressekonferenz bekannt, dass es für den Silvesterabend konkrete Hinweise auf Anschlagsziele in München gab. "Die Bedrohung war ganz konkret auf Mitternacht bezogen und auf diese beiden Orte", sagte Herrmann. Hinter den Anschlagsplänen soll die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) stecken, gab der bayrische Innenminister bekannt. Das Bundeskriminalamt kam gegen 19.40 Uhr mit einer "dringenden Warnung" auf die Behörden der Stadt zu. Die Hinweise auf einen bevorstehenden Anschlag kamen von einem befreundeten Nachrichtendienst. Laut Informationen der ZEIT stammen die Hinweise von amerikanischen Behörden. 

Gefahr eines Anschlags mit Hannover vergleichbar

Nach Informationen des Bayerischen Rundfunks soll es sich bei den mutmaßlichen Attentätern um sieben Iraker handeln, die sich in München aufhalten und namentlich bekannt sind. Geplant war demnach wohl, dass sich die Männer zu zweit an die Anschlagsorte begeben, um sich kurz hintereinander in die Luft zu sprengen. Die Gefahr eines Anschlags war laut den Behörden mit Hannover vergleichbar, wo nach Hinweisen auf einen Anschlag ein Länderspiel abgesagt wurde. Auch in Brüssel wurde wegen eines drohenden Anschlags das Silvesterfeuerwerk abgesagt.

Rund 550 Einsatzkräfte waren in der Silvesternacht in München im Einsatz. Bis zum Morgen zog die Polizei wieder einige Kräfte ab, sagte eine Sprecherin. Dennoch seien an Neujahr den ganzen Tag über mehr Polizisten als sonst auf den Straßen der Landeshauptstadt unterwegs.

In München feierten die Leute auf den Straßen trotzdem Silvester. Für andere deutsche Großstädte gab es keine Hinweise auf Anschläge.

Bachmann äußert sich zur Anschlagsdrohung

Pegida-Chef Lutz Bachmann äußerte sich mit einem geschmacklosen Tweet zur Bedrohung in München. Darin stellt Bachmann die Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, mit den Terroristen des IS gleich und forderte die Leute, die am Münchner Hauptbahnhof Flüchtlinge empfangen haben, dazu auf, den Hauptbahnhof zu besuchen.