Die Bundeswehr kann im Kampf gegen die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) in Syrien und im Irak ihre Tornados einem Zeitungsbericht zufolge nur tagsüber einsetzen. Nachts blende die Cockpitbeleuchtung der sechs Aufklärungsflugzeuge so stark, dass Flüge nicht möglich seien, berichtet die Bild-Zeitung unter Berufung auf Aussagen der Luftwaffe der Bundeswehr. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bestätigte ZEIT ONLINE die Probleme.

Die Tornados müssten deshalb in der Nacht am Boden bleiben, schreibt das Blatt. Verursacht würden die starken Reflektionen durch die jüngste Aufrüstung der Flieger mit neuer Soft- und Hardware (ASSTA-3). Es werde an einer "zeitnahen Zwischenlösung" gearbeitet, sagte ein Sprecher der Luftwaffe. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums soll ein Softwareupdate bis Anfang Februar eine Lösung bringen. Bis Ende des Jahres sollten die Probleme grundsätzlich behoben werden.

Der Einsatz der Tornados wird durch die Nachtflugprobleme laut Verteidigungsministerium aber nicht gefährdet. Die Aufklärungsergebnisse seien bei Tag ohnehin besser: Die Flugzeuge machten schließlich Fotos, nachts könnten nur Infrarotgeräte eingesetzt werden. Der Auftrag für die Tornados sei auch entsprechend auf Tageseinsätze ausgelegt. Das sei auch in Afghanistan so gewesen, sagte ein Sprecher.

Seit Anfang des Jahres beteiligt sich die Bundeswehr mit Aufklärungsflügen über Syrien und dem Irak am Kampf gegen die IS-Miliz. Damit erfüllt Deutschland seine Hilfszusage an Frankreich nach den Pariser Anschlägen, bei denen Mitte November 130 Menschen getötet wurden.

An drei weiteren Orten ist die Bundeswehr zudem unterstützend im Einsatz: Ein ebenfalls am türkischen Stützpunkt Incirlik stationiertes deutsches Tankflugzeug versorgt seit Dezember Kampfjets der internationalen Koalition mit Treibstoff. Der französische Flugzeugträger Charles de Gaulle erhält im Persischen Golf Geleitschutz von einer deutschen Fregatte. Und bereits seit einem Jahr bilden Bundeswehrsoldaten im Nordirak kurdische Peschmerga-Kämpfer für den Einsatz gegen die Islamisten aus.