EU-Kommissar Günther Oettinger hat mit einer Aussage über AfD-Chefin Frauke Petry für Irritationen gesorgt. "Wenn die komische Petry meine Frau wäre, würde ich mich heute Nacht noch erschießen", sagte der CDU-Politiker laut mehreren Journalisten auf einer Veranstaltung in Berlin. Die Äußerung des für Digitales zuständigen EU-Kommissars fiel den Angaben zufolge, ohne dass jemand nach einer Verbindung der beiden gefragt hätte.

Petrys Lebensgefährte, der nordrhein-westfälische AfD-Landesvorsitzende Marcus Pretzell, schrieb daraufhin bei Twitter: "Anders als Herr Oettinger, lehnt die AfD den Schusswaffeneinsatz gegen die EU-Kommission ab". Petry selbst reagierte in der Bild-Zeitung: "Herr Oettinger, Ihr Kopfkino ist unappetitlich. Ich frage mich, was Ihre Frau wohl dazu sagt." Der Thüringer AfD-Landeschef Björn Höcke sagte, Oettingers Kommentar markiere "einen neuen Tiefpunkt der politischen Auseinandersetzung mit der AfD".

Die Aussage Oettingers bezog sich auch auf die Aussagen Petrys in den vergangenen Wochen. So forderte sie den Einsatz von Schusswaffen an der deutschen Grenze, um Flüchtlinge zu stoppen. Das unterstützte zwar ihre Stellvertreterin Beatrix von Storch, in allen anderen Parteien gab es dafür aber Kritik.

Oettinger, ehemals Regierungschef in Baden-Württemberg, hatte mit einer Äußerung vor Jahren für einen Eklat gesorgt, als er in einer Trauerrede seinen Vorgänger Hans Filbinger vor Kritik in Schutz nahm, im NS-Regime aktiv gewesen zu sein. Später distanzierte er sich von der Aussage. Als EU-Kommissar sorgte er für Empörung, als er von Europa forderte, demokratische Standards in der Rohstoffbeschaffung nicht mehr zur Voraussetzung zu machen: "Wenn wir nur Demokratie und Marktwirtschaft zur Bedingung machen, können wir alle unser Auto verschrotten."