Der stellvertretende Vorsitzende der Alternative für Deutschland (AfD), Alexander Gauland, hat sich in der Flüchtlingskrise für eine Grenzschließung mit aller Konsequenz ausgesprochen. "Wir müssen die Grenzen dicht machen und dann die grausamen Bilder aushalten", sagte Gauland dem ZEITmagazin. Man könne sich nicht von Kinderaugen erpressen lassen.

Die Situation verglich der AfD-Politiker mit einem Wasserrohrbruch. "Man kann sich nicht einfach überrollen lassen. Einen Wasserrohrbruch dichten Sie auch ab", sagte Gauland. Den umstrittenen thüringischen AfD-Fraktionsvorsitzenden Björn Höcke nannte er einen Freund.

Einen Zusammenhang zwischen den Parolen seiner Partei und aggressiveren Protesten sieht Gauland nicht. "Sie gehen auf einer Demo eine Verbindung zu Menschen ein, die nicht so differenziert denken. Da mag eine Stimmung entstehen, die man als bedrohlich empfinden kann." Steuern lasse sich das nicht. Als Brandstifter sieht sich Gauland daher nicht. Politische Auseinandersetzungen müssten geführt werden dürfen, ohne dass man für kriminelle Handlungen anderer verantwortlich gemacht werden würde.

Gaulands Tochter, eine evangelische Pfarrerin, hält die Aussagen ihres Vaters nur schwer aus. "Ich finde es schrecklich, was er sagt", sagt sie dem ZEITmagazin. Sie hat einen eritreischen Flüchtling in ihrem Pfarrhaus aufgenommen.