Eine Frau am Fenster einer Flüchtlingsunterkunft in Heidelberg © Thomas Lohnes/Getty Images

Zur schnelleren Bearbeitung von Asylanträgen eröffnet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) noch im Februar weitere "Ankunftszentren" in Dresden, Leipzig, Trier und im saarländischen Lebach. Weitere Standorte folgen laut Behörde im März, geplant sind demnach etwa 20 solcher Zentren in allen Bundesländern.

In den Zentren soll möglichst das gesamte Asylverfahren stattfinden – von der ärztlichen Untersuchung über die Aufnahme der persönlichen Daten und die Identitätsprüfung, die Antragstellung und Anhörung bis hin zur Entscheidung. Bisher waren diese Schritte auf mehrere Stationen verteilt. Dieser neue Ablauf wurde bereits in Heidelberg und Bad Fallingbostel sowie in Manching und Bamberg getestet.

Das Bamf stellte in Aussicht, dass die Behörde über Anträge von Menschen mit sehr guter Bleibeperspektive sowie von jenen aus sicheren Herkunftsländern mit eher geringen Bleibechancen innerhalb von 48 Stunden entscheiden will.

Asyl - Bamf will über 1,2 Millionen Anträge entscheiden Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge will den Rückstau an Asylanträgen möglichst schnell abarbeiten. 1,2 Millionen Anträge will Behördenchef Weise in diesem Jahr abschließen – viermal mehr als 2015.

"Mehrarbeit, auch an Samstagen"

Damit soll auch der enorme Antragsstau abgebaut werden. So hatte das Amt bis Ende Januar noch über rund 370.000 Anträge nicht entschieden. Hinzu kommen laut Bamf-Chef Frank-Jürgen Weise 300.000 bis 400.000 Menschen, die eingereist sind, aber noch keinen Asylantrag gestellt haben.

Den Fokus ihrer Arbeit sollen die Bamf-Mitarbeiter nun vor allem auf die Asylverfahren von Menschen aus Nordafrika legen. Wie aus einem internen Papier der Behörde hervorgeht, sollen diese Verfahren bis zum 10. März abgearbeitet werden. Laut einem Behördensprecher lagen dem Bamf Ende Januar 6.880 Anträge von Asylbewerbern aus Tunesien, Marokko und Algerien vor. Erreicht werden soll dies durch "Mehrarbeit, auch an Samstagen" sowie durch zeitliche Vorgaben bei den Anhörungen, in denen die Menschen ihre Fluchtgründe erläutern.

Geringe Anerkennungsquoten

Die Asyl-Entscheider sollen laut dem Papier pro Woche durchschnittlich 20 Anhörungen von Geflüchteten aus dem Maghreb schaffen. Mit einem wöchentlichen Monitoring an die Vorgesetzten soll das Verfahren kontrolliert werden.

Bislang dauerten die Asylverfahren von Marokkanern und Tunesiern im Schnitt mehr als zehn Monate, bei algerischen Asylsuchenden knapp acht. Die Anerkennungsquote bei den Maghreb-Staaten liegt zwischen 0,2 Prozent (Tunesien) und 3,7 Prozent (Marokko).