Die Staatsanwaltschaft Görlitz will nach dem Brandanschlag auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Bautzen gegen drei Schaulustige ein Ermittlungsverfahren einleiten. Die Männer im Alter von 19 und 20 Jahren sollen die Feuerwehr bei den Löscharbeiten behindert haben, teilte die Staatsanwältin mit. Im Strafgesetzbuch ist das als "Widerstand gegen Personen, die Vollstreckungsbeamten gleichstehen" erfasst. Die Männer könnte eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe erwarten.

In der Nacht zu Sonntag war in einem ehemaligen Hotel in Bautzen, das für bis zu 300 Flüchtlinge hergerichtet werden sollte, ein Brand ausgebrochen. Die sächsischen Behörden gehen davon aus, dass das Feuer in der geplanten Flüchtlingsunterkunft durch vorsätzliche Brandstiftung ausgelöst worden ist. Nach Angaben der sächsischen Polizei seien in dem Gebäude Spuren von Brandbeschleuniger entdeckt worden. Die Löscharbeiten der 70 Feuerwehrmänner wurden von Schaulustigen teilweise massiv behindert.

Die Polizei hatte die beiden 20-Jährigen in Gewahrsam genommen, sie sollen alkoholisiert gewesen sein. Die Staatsanwaltschaft will auch prüfen, ob bei den drei Tatverdächtigen eine Beteiligung an dem Brandanschlag selbst infrage kommt. Bei den Löscharbeiten hatten sich etwa 20 bis 30 Gaffer eingefunden, die laut Polizei "abfällige Bemerkungen" machten oder "unverhohlene Freude" über das Feuer zeigten. Verletzt wurde niemand, die Unterkunft war noch unbewohnt.

Bautzen - Brand in geplanter Asylunterkunft In einem ehemaligen Hotel sollten ab März etwa 300 Flüchtlinge untergebracht werden. In der Nacht zu Sonntag ging das Gebäude in Flammen auf. Schaulustige behinderten die Löscharbeiten der Feuerwehr.

Der sächsische Innenminister Markus Ulbig (CDU) hatte die Vorfälle in Bautzen scharf verurteilt. "Was mich besonders betroffen macht, ist die Tatsache, dass mehrere betrunkene Bautzener vor Ort pöbelten", sagte Ulbig. Es sei "unerträglich, wie offen und respektlos der Hass auf Ausländer zur Schau getragen wird", fügte er hinzu. "Wir stehen vor einer großen gesamtgesellschaftlichen Aufgabe, diesen Hass aus den Köpfen der Menschen zu bekommen."