Die Verwaltung des Bundestags weigert sich, dem ehemaligen RAF-Terroristen Christian Klar einen Hausausweis als Mitarbeiter eines Abgeordneten der Linkspartei auszustellen. Ein Parlamentssprecher begründete die Entscheidung mit Sicherheitsbedenken. Der Fall beschäftigt auch den Ältestenrat des Bundestages. Die CSU nannte es einen Skandal, dass ein mehrfach verurteilter Mörder Zugang zum Parlament erhalten solle.

Der heute 63-jährige Klar wird von dem Linkspartei-Abgeordneten Diether Dehm beschäftigt. Laut Dehm gestaltet Klar für ihn seit mehreren Jahren als freier Mitarbeiter für ein kleines Honorar den Internetauftritt. "Christian Klar ist heute ein Bürger wie jeder andere auch", sagte Dehm. Er habe seine Strafe verbüßt und sich seit seiner Haftentlassung nichts zuschulden kommen lassen.

Nach Dehms Darstellung hatte Klar den Ausweis beantragt, um im vergangenen Dezember an einer Besprechung teilnehmen zu können. Nachdem ihm die Bundestagspolizei den Zugang zunächst verweigert hatte, habe er Klar persönlich an der Sicherheitskontrolle abgeholt und dann in den Bundestag gebracht. Bundestagsabgeordnete haben das Recht, persönliche Gäste in das Gebäude mitzubringen.

Klar gehörte zur sogenannten zweiten Generation der Roten Armee Fraktion (RAF). Er wurde in mehreren Prozessen wegen gemeinschaftlich begangenen Mordes und mehreren Mordversuchen angeklagt. 1985 verurteilte ihn das Oberlandesgericht Stuttgart zu einer mehrfach lebenslangen Haftstrafe. 2008 kam er wieder frei.