Thomas de Maizière in Berlin © Florian Gaertner/Getty Images

Bundesinnenminister Thomas de Maizière will anerkannten Flüchtlingen für einen bestimmten Zeitraum den Wohnort vorschreiben. "Eine Wohnortzuweisung für Flüchtlinge halte ich für dringend geboten, um Ballungsräume von den Risiken einer Ghettobildung zu entlasten", sagte de Maizière der Welt am Sonntag.

Der CDU-Politiker erhielt für seinen Plan grundsätzliche Unterstützung von Bauministerin Barbara Hendricks (SPD). Eine befristete Wohnortzuweisung könne ein sinnvolles ergänzendes Instrument sein, sagte sie und forderte von ihrem Kabinettskollegen einen rechtlich tragfähigen Vorschlag für eine gesetzliche Regelung. Auch der nordrhein-westfälische Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) unterstützt den Vorschlag. "Damit wir in zehn Jahren über eine gelungene Integration der Flüchtlinge sprechen können, brauchen wir jetzt eine Wohnsitzauflage", sagte Kutschaty. NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hatte sich bereits dafür ausgesprochen, Asylbewerbern unter bestimmten Umständen zu verbieten, den Wohnsitz innerhalb Deutschlands frei zu wählen.

Nach Informationen der Welt am Sonntag hat das Bundesinnenministerium bereits Eckpunkte für eine entsprechende Regelung im Aufenthaltsgesetz erarbeitet. Über die Verteilung von Flüchtlingen auf bestimmte Wohnorte sollen demnach die Bundesländer entscheiden. Vorbild sei das frühere Wohnortzuweisungsgesetz für Spätaussiedler aus den 90er Jahren.