Der Berliner Senat verhandelt angeblich mit einer Hotelkette über die Unterbringung von Flüchtlingen. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) mit Verweis auf Senatskreise. Demnach laufen Gespräche mit der Gesellschaft Grand City Hotels (GCH) über die Anmietung von 10.000 Hotelplätzen in insgesamt 22 Berliner Hotels der Kette – darunter unter anderem das Hotel Berlin Mitte, das Berlin City East und das City West.

Pro Platz und Nacht fordere der Anbieter eine Miete von 50 Euro, berichtet die FAZ. Dafür werde ein "All-inclusive"-Programm für die Betreuung und Integration angeboten, heißt es. Insgesamt kalkuliere der Senat eine "mehrjährige Laufzeit" des Mietvertrags ein. Damit entstünden Kosten von 600 Millionen Euro, soll ein Senatsbeamter der Zeitung gegenüber offengelegt haben.

Eine Senatssprecherin bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa laufende Gespräche, machte aber keine Angaben zu ihrem Stand. "Es ist offen, ob und wann es zu einem Ergebnis kommt." Auch zur gewünschten Zahl von Hotelbetten äußerte sie sich nicht und verwies darauf, dass in Berlin weitere Unterkünfte für Flüchtlinge benötigt würden. Deshalb werde mit Immobilieneigentümern verhandelt und deshalb gebe es auch Sondierungen auf dem Hotelmarkt.

80.000 Flüchtlinge kamen allein im vergangenen Jahr nach Berlin. Der Senat versorgt diese teilweise nur mangelhaft und steht deshalb massiv unter Druck. Notgedrungen wurden die Migranten unter anderem bereits in Hotels oder Hostels einquartiert. Im Fokus der Kritik an den Zuständen steht Sozialsenator Mario Czaja (CDU). Opposition und Sozialverbände fordern seinen Rücktritt, insbesondere wegen der chaotischen Situation am Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso). Erst vergangene Woche riefen Hilfevereine zu Nahrungsspenden auf, nachdem bekannt geworden war, dass Flüchtlinge vom Lageso kein Geld für Lebensmittel erhalten.


Flüchtlinge in Berlin - Ohne Lebensmittelspenden müssten sie hungern Heimbetreiber schlagen Alarm: Flüchtlinge, die sich selbst versorgen, warten seit Wochen auf Geld, deshalb müssten diese hungern. Senator Czaja verspricht Abhilfe.