Nach dem Zugunglück in Bad Aibling haben die Parteien von Linkspartei bis AfD ihre Aschermittwochs-Kundgebungen in Bayern abgesagt. Die SPD verzichtete zudem auf ihren Politischen Aschermittwoch mit Parteichef Sigmar Gabriel in Mainz. Ein Sprecher der SPD Rheinland-Pfalz sagte, der Termin werde aus Respekt vor den Opfern des Zugunglücks in Bayern nicht stattfinden. Zuvor hatte der Landesverband der CDU in Mecklenburg-Vorpommern sein Aschermittwochstreffen gestrichen, wie die Parteizentrale mitteilte. Bei der Veranstaltung in Demmin sollte wie in den vergangenen Jahren Kanzlerin Angela Merkel auftreten.

Den Anfang hatte die CSU gemacht.  "Aus Respekt vor den Opfern des tragischen Zugunglücks findet der morgige Politische Aschermittwoch der CSU nicht statt", teilte CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer über die CSU-Parteizeitung Bayernkurier mit. Ganz Bayern trauere um die Toten der Zugkatastrophe. "Wir sind mit unseren Gedanken bei den Opfern, den Verletzten und den Angehörigen."

Auch Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) äußerte sich "bestürzt und tief betroffen" nach dem Unglück.

Bei dem Zusammenstoß zweier Personenzüge waren am Morgen mindestens neun Menschen getötet worden, mehr als 80 Menschen wurden teilweise schwer verletzt.

Zugunglück Oberbayern - Reaktionen auf das Zugunglück Die Zahl der Toten infolge des Zugunglücks in Bad Aibling steigt weiter an. Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) kam zum Unglücksort und sprach von einer "schweren Stunde in der Geschichte des Zugverkehrs in Deutschland".

Auch die bayerischen Landesverbände von SPD, Grünen und Linken sagten ihre Veranstaltung ab. "Der Politische Aschermittwoch lebt von der Auseinandersetzung und dem Schlagabtausch der Parteien. Dafür ist heute und morgen kein Raum", sagte der SPD-Landesvorsitzende Florian Pronold. Es werde den Parteigliederungen empfohlen, diesem Beispiel zu folgen. Die Grünen-Politikerin Claudia Roth sagte: "Wir wollen die tiefe Trauer um die Opfer dieses schrecklichen Unglücks und unser Mitgefühl mit den Hinterbliebenen und vielen Verletzten ausdrücken". Dafür sei der Politische Aschermittwoch der falsche Rahmen. Roth hätte eigentlich bei der Veranstaltung der Grünen auftreten sollen.

Der Politische Aschermittwoch in Bayern zählt zu den traditionsreichsten politischen Veranstaltungen im Freistaat. Jedes Jahr kommen dazu Tausende nach Ostbayern, um den meist deftigen Reden der Parteienvertreter zuzuhören. 

Zugunglück - Zahl der Todesopfer gestiegen In Bad Ailbing laufen nach dem schweren Zugunglück nun die Bergungsarbeiten. Laut Polizei seien mindestens neun Menschen ums Leben gekommen, eine Person wird noch vermisst.