Die Bundesvorsitzende der Alternative für Deutschland (AfD), Frauke Petry, hat ihre Aussagen zur Beteiligung von AfD-Mitgliedern an der fremdenfeindlichen Blockade von Clausnitz revidiert. An der Demonstration seien keine AfD-Mitglieder beteiligt gewesen, sagte Petry. Das hätten "eingehende Prüfungen" ergeben. Anders lautende Medienberichte seien unzutreffend. "Die AfD verbittet sich jegliche Verdächtigungen, konstruierte Zusammenhänge und Mutmaßungen dieser Art."

Zugleich relativierte Petry die Übergriffe von Clausnitz. Laut Augenzeugen hätte es keinerlei Angriffe durch die Demonstranten gegeben. Es sei lediglich "Wir sind das Volk" gerufen worden. Derzeit werde eine Symptomdebatte geführt. Wer "Bürgerproteste" kriminalisiere, trage zu einer Eskalation bei.

Am Montag hatte sich Petry noch anders geäußert. "Es ärgert mich, dass so etwas in Sachsen passiert, zumal wenn eigene Mitglieder beteiligt sind", hatte Petry dem Fernsehsender Phoenix gesagt.

Sachsen - Sachsens Innenminister nennt grölende Demonstranten “zutiefst beschämend” Rund 100 Demonstranten haben am Donnerstagabend in Clausnitz versucht, die Ankunft von Flüchtlingen in einer Unterkunft zu verhindern. Das Video auf einer fremdenfeindlichen Facebook-Seite ist inzwischen nicht mehr abrufbar.

Petrys Mitvorsitzender Jörg Meuthen hatte den Beteiligten mit einem Parteiausschluss gedroht. "Die AfD lehnt jedwede Bedrohung von Migranten, geschehe sie in oder vor Unterkünften oder bei Transporten zu Unterkünften oder wo auch immer, kategorisch ab", hatte Meuthen dem Handelsblatt gesagt. Für menschenfeindliche Gesinnung sei in der Partei kein Platz. Sofern Mitglieder beteiligt gewesen seien, werde dies für sie "parteirechtliche Konsequenzen" haben.

Sachsen - AfD-Chefin Petry hält Clausnitz für eine Reaktion auf die Fehler der Regierung Am Wochenende hatten rechtsextreme Vorfälle in Sachsen deutschlandweit für Empörung gesorgt. Die Co-Chefin der rechtspopulistischen AfD, Frauke Petry, sieht die Ursache für die Vorgänge in der Politik der Bundesregierung.