AfD-Bundesvorstand Jörg Meuthen in der ZDF-Talkshow von Maybrit Illner (Archivbild) © dpa

Der Bundesvorsitzende der Alternative für Deutschland (AfD), Jörg Meuthen, will gegen Parteimitglieder vorgehen, die an der fremdenfeindlichen Blockade im sächsischen Clausnitz beteiligt waren. "Die AfD lehnt jedwede Bedrohung von Migranten, geschehe sie in oder vor Unterkünften oder bei Transporten zu Unterkünften oder wo auch immer, kategorisch ab", sagte Meuthen dem Handelsblatt. Für menschenfeindliche Gesinnung sei in der Partei kein Platz. Sofern Mitglieder beteiligt gewesen seien, werde dies für sie "parteirechtliche Konsequenzen" haben.

Über die Vorfälle in Sachsen zeigte sich Meuthen, der AfD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Baden-Württemberg am 13. März, entsetzt. Die Bilder seien "zutiefst erschreckend und verstörend". Das Verhalten sei nicht hinnehmbar und durch nichts zu rechtfertigen.

Zugleich versuchte Meuthen, seine Partei von aggressiven Protesten gegen Flüchtlinge abzugrenzen. Es sei eine AfD-Position, dass sich der Bürgerprotest gegen die "chaotische Asylpolitik" der Bundesregierung richten müsse und nicht gegen die Flüchtlinge.

Baden-Württemberg - AfD strebt Einzug in den Landtag an Jörg Meuthen ist bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg am 13. März der Spitzenkandidat der AfD. Von seinen Parteikollegen im Osten würde er sich am liebsten klar abgrenzen.

Am Montag hatte Meuthens Mit-Parteivorsitzende Frauke Petry eingeräumt, dass an der fremdenfeindlichen Blockade in Clausnitz AfD-Mitglieder beteiligt waren. "Es ärgert mich, dass so etwas in Sachsen passiert, zumal wenn eigene Mitglieder beteiligt sind", hatte Petry dem Fernsehsender Phoenix gesagt. Sie weise aber Gerüchte zurück, nach denen die Aktion von AfD-Mitgliedern organisiert worden sei.

Fremdenfeindlichkeit - Politiker mehrerer Fraktionen verurteilen Vorfälle in Clausnitz In Clausnitz hatten am Donnerstagabend rund 100 Menschen, grölend, einen Bus mit Flüchtlingen vor einer neuen Unterkunft blockiert.