Polizisten in der Gegend um den Kölner Hauptbahnhof (Bild vom 6. Januar) © Roberto Pfeil/AFP/Getty Images

Die Kölner Polizei ermittelt im Zusammenhang mit der Silvesternacht gegen mehrere Polizisten wegen möglicher Verletzung des Dienstgeheimnisses. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf einen Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft. Es werde geprüft, wie etwa Einsatzprotokolle und Fotografien von Beweismitteln an die Öffentlichkeit gelangen konnten.

Es geht unter anderem um den Bericht eines Bundespolizisten vom 4. Januar. Er hatte aufgeschrieben, was er in der Silvesternacht vor dem Kölner Hauptbahnhof erlebt hat. Unter anderem hatte er die sexuellen Übergriffe auf Frauen beschrieben. Er äußerte zudem, die Beamten seien wegen der vielen Vorfälle "an die Grenze zur Frustration" gekommen.

Auch die mutmaßliche nordafrikanische Herkunft einiger Täter und ihr Verhalten hatte er erwähnt. So berichtete er von Verdächtigen, die zur Polizei gesagt hätten: "Ich bin Syrer, Ihr müsst mich freundlich behandeln! Frau Merkel hat mich eingeladen."

In einem weiteren Bericht – von dem Führer einer Einsatzhundertschaft – war zu lesen, dass sich bei Personalfeststellungen vor dem Hauptbahnhof der "überwiegende Teil der Personen lediglich mit dem Registrierungsbeleg als Asylsuchender des Bamf" ausweisen konnte. Zudem wurden die Nationalitäten von überprüften Personen aufgeschlüsselt.

Diese Berichte hatten die öffentliche Debatte geprägt: Diskutiert wurde über die Herkunft der Täter, die Flüchtlingspolitik, aber auch über ein mögliches Polizeiversagen. Die Kölner Polizeiführung dagegen hatte die Stimmung in einer Pressemitteilung am Neujahrsmorgen als "friedlich" bezeichnet und die Öffentlichkeit erst zwei Tage später über die Übergriffe informiert.

Silvesterübergriffe - Untersuchungsausschuss am Tatort in Köln Der Parlamentarische Untersuchungsausschuss des Landtages will eine Vorstellung davon gewinnen, wo sich die massenhaften Übergriffe vor allem auf Frauen in der Silvesternacht ereigneten.