Trotz des Streits um ihre Flüchtlingspolitik scheint das Vertrauen der Bevölkerung in Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wieder zu wachsen. In einer Forsa-Erhebung im Auftrag von stern und RTL bekommt Merkel so viel Zustimmung wie noch nie in diesem Jahr. Wenn die Kanzlerin direkt gewählt werden könnte, würden sich jetzt 50 Prozent der Wahlberechtigten für sie entscheiden, in der Vorwoche waren es noch 48 Prozent.

SPD-Chef Sigmar Gabriel dagegen verlor einen Punkt und würde nur noch von 13 Prozent der Befragten als Kanzler bevorzugt. Selbst unter den Anhängern seiner eigenen Partei liegt Gabriel zurück: Nur 36 Prozent wünschen sich den SPD-Parteichef als Kanzler, 38 Prozent sprechen sich für Merkel aus.

Die Forsa-Umfrage bestätigt damit die Ergebnisse anderer Umfragen aus den vergangenen Wochen. Bereits der Ende Februar veröffentlichte ARD-Deutschlandtrend hatte gezeigt, dass die Zustimmung für Merkel wieder wächst. In dieser Umfrage war die Beliebtheit von Merkel sogar um acht Prozentpunkte gestiegen.Während Merkel und CSU-Chef Horst Seehofer Anfang Februar noch gleichauf gelegen hatten, lag die Kanzlerin zuletzt wieder 12 Prozentpunkte vor ihrem Kritiker aus Bayern. Anfang Februar war die Popularität von Merkel nach dieser Umfrage dagegen auf den niedrigsten Stand seit 2011 abgesackt.

Auch eine Befragung des Meinungsforschungsinstituts YouGov, die vor zwei Tagen veröffentlicht worden war, ergab, dass mittlerweile wieder mehr Wähler die Arbeit der Kanzlerin positiv beurteilen. 37 statt zuvor 32 Prozent gaben an, sehr zufrieden oder zufrieden zu sein, auch wenn die Mehrheit (56 Prozent) nach wie vor sehr oder eher unzufrieden ist.



Die Unionsparteien können allerdings vom Sympathiezuwachs für Merkel nicht profitieren. Sie liegen in der Forsa-Umfrage unverändert bei 35 Prozent. Die SPD fiel um einen Prozentpunkt auf 23 Prozent zurück. Drittstärkste Kraft sind momentan die Grünen, die um einen Punkt auf elf Prozent zulegten. Knapp dahinter folgt die rechtspopulistische AfD die ebenfalls einen Punkt hinzugewann und auf zehn Prozent kommt. Dagegen sackte die Linke um einen Punkt auf neun Prozent ab. Die FDP behauptete sich bei sechs Prozent und würde demnach wieder in den Bundestag einziehen.

Die Lösung der Probleme in Deutschland trauen die Wähler am ehesten der Union zu (27 Prozent), zwei Prozentpunkte mehr als in der Vorwoche. Nur acht Prozent fühlen sich bei der SPD am besten aufgehoben. Erschreckend für alle Parteien ist jedoch, dass eine Mehrheit von 56 Prozent von keiner Partei erwartet, dass sie die anstehenden Herausforderungen bewältigen kann.

Auf große Zustimmung stößt jedoch der jüngste Versuch, die NPD zu verbieten. 65 Prozent unterstützen das. Mit 71 Prozent ist die Zustimmung bei den über 60-Jährigen besonders hoch.