CSU-Chef Horst Seehofer appelliert an die Schwesterpartei, eine Koalition mit den Grünen zu erwägen. © Michael Kappeler/dpa

CSU-Chef Horst Seehofer hat sich für eine grün-schwarze Koalition in Baden-Württemberg ausgesprochen. "Die CDU in Baden-Württemberg muss sich fragen, wie sie mit den Grünen für das Land und die Menschen eine gute gemeinsame Politik anbieten und umsetzen kann", sagte der bayerische Ministerpräsident der Bild am Sonntag. "Wenn das gelingt, sehe ich keinen Grund, Nein zu einer Koalition zu sagen."

Die wichtigste Frage sei, ob man ein vernünftiges Arbeitsprogramm für die Legislaturperiode hinbekomme. Seehofer fügte hinzu: "Man muss neidlos anerkennen, dass Ministerpräsident Kretschmann sein Handwerk versteht."

Auch der frühere sächsische Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (CDU) hat demnach keine Bedenken gegen Grün-Schwarz in Stuttgart. "Es geht nicht um Farbenspiele. Man muss sich immer die Menschen anschauen, die Bündnisse schließen", sagte Biedenkopf. "Die Bürger wollen eine aufrichtige Persönlichkeit mit Führungsqualitäten an der Macht. Herr Kretschmann ist dafür das beste Beispiel: Er war ehrlich und hat gesagt, was Sache ist und was er machen will."

Nach dem Abkommen zwischen EU und Türkei verlangte Seehofer ein Parlamentsvotum zur Flüchtlingspolitik. "Über die Vereinbarung sollten das europäische Parlament und der Bundestag beraten und abstimmen", sagte Seehofer der Zeitung laut Vorabbericht. Auch müsse über die Flüchtlingspolitik Deutschlands abgestimmt werden. "Dann gäbe es auch mehr Vertrauen der Bevölkerung in die Parlamente."