CDU-Fraktionschef Guido Wolf zu Beginn der CDU-Fraktionssitzung am Dienstagnachmittag. Bei der Landtagswahl hatte Wolf eine historische Niederlage erlitten. © Christoph Schmidt/dpa

Die CDU in Baden-Württemberg will Sondierungsgespräche mit den Grünen unter Ministerpräsident Winfried Kretschmann führen. Das sagte Parteivorstand Thomas Strobl im Anschluss an die Sitzung am Abend. Zuvor hatte bereits die Landtagsfraktion für Verhandlungen gestimmt. Fraktionschef Guido Wolf sagte, eine Alternative zu Grün-Schwarz wären nur Neuwahlen. Die Fraktion sei sich einig, dass es dazu nicht kommen dürfe. 

Wolf war Spitzenkandidat bei den Landtagswahlen am 13. März, seine Partei hatte dabei eine historische Niederlage erlitten. Erstmals lagen die Grünen vor den Christdemokraten. Innerhalb der Partei sorgte die Aussicht auf Grün-Schwarz für Unmut: Noch nie aber war die CDU in einem Land Juniorpartner in einer Koalition mit den Grünen.

Zudem war ein Machtkampf zwischen Fraktionschef Wolf und Landesparteichef Thomas Strobl eskaliert, nachdem Wolf zunächst versucht hatte, zusammen mit der SPD und der FDP eine Koalition zu bilden. Dies wäre die einzige Option für Wolf gewesen, doch noch Ministerpräsident zu werden. 

Am Montag hatte die SPD diesem Plan eine definitive Absage erteilt. Strobl hatte Wolf daraufhin zurechtgewiesen. "Über mögliche Koalitionen verhandeln Parteien", sagte Strobl in dem Zusammenhang der Welt

 Ein erstes Treffen könnte es am Donnerstag geben. Wenn sich bei der Sondierung herausstellt, dass beide Seiten genügend Gemeinsamkeiten sehen, könnte die konkrete Arbeit am Koalitionsvertrag beginnen. Die Grünen haben großes Interesse an einer Koalition mit der CDU. Bei den Christdemokraten zeigt man bisher reserviert. Nach dem Treffen des Landesvorstandes betonte Strobl betonte, es gebe keinen Automatismus hin zu Koalitionsgesprächen und schon gar nicht hin zu einer grün-schwarzen Landesregierung. "Wir wollen keine Koalition um jeden Preis."