Ex-Ministerpräsident - Lothar Späth ist tot Als jüngster Ministerpräsident Baden-Württembergs regierte Lothar Späth 13 Jahre lang in Stuttgart. Bekannt für seinen gesprächigen Umgang blieb er vielen lange im Gedächtnis. Der Bundesrat gedachte Späth in seiner letzten Sitzung.

Der frühere baden-württembergische Ministerpräsident Lothar Späth (CDU) ist tot. Darüber sei das Staatsministerium in Stuttgart am Freitag informiert worden, sagte ein Sprecher der Landesregierung. Der Politiker starb im Alter von 78 Jahren nach schwerer Krankheit.

Späth war von 1978 bis 1991 fünfter Ministerpräsident des 1952 gegründeten Bundeslandes. Auch nach seinem Ausscheiden aus der Politik 1991 war er in der Öffentlichkeit und der Wirtschaft aktiv. In Thüringen hatte Späth sich mit dem Umbau und der Sanierung von Jenoptik befasst.

Seit einigen Jahren äußerte er sich nicht mehr öffentlich. "Er hat sich ins Privatleben zurückgezogen", sagte eine CDU-Sprecherin unlängst im baden-württembergischen Wahlkampf.

Späth wurde 1937 in der baden-württembergischen Stadt Sigmaringen geboren. Ab 1960 arbeitete er in der Finanzverwaltung der Stadt Bietigheim, deren Bürgermeister er 1967 wurde. Ein Jahr später, 1968, wurde er in den Landtag von Baden-Württemberg gewählt. Dort wurde er 1972 zum Vorsitzenden der CDU-Fraktion gewählt. Nachdem der baden-württembergische Ministerpräsident Hans Filbinger 1978 wegen seiner Vergangenheit in der NS-Zeit zurückgetreten war, wurde Späth zu dessen Nachfolger gewählt.

Von seinem Amt trat Späth 1991 zurück, als ihm im Rahmen der sogenannten Traumschiff-Affäre vorgeworfen worden war, bei Ferienreisen Vorteile genommen zu haben. Politisch war er zuletzt 2002 aktiv, damals während des Bundestagswahlkampfs als Mitglied des Schattenkabinetts von Edmund Stoiber.