Ursula von der Leyen im Gespräch mit Bundeswehrsoldaten in Polen © Sean Gallup/Getty Images

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen will die Bundeswehr mit Tausenden neuen Soldaten und Zivilbeschäftigten vergrößern. Das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) nannte eine Zahl von zusätzlichen 7.000 Soldaten sowie 3.000 zivilen Angestellten. In einem zweiten Schritt soll die Bundeswehr insgesamt 15.000 neue Soldaten bekommen. Der Plan soll dem Bericht zufolge in Kürze vorgestellt werden.

Bereits vor wenigen Wochen war bekannt geworden, dass von der Leyen bis zum Jahr 2030 deutliche Mehrausgaben für die Truppe plant. Je nach Lage und Aufgaben sollte die Truppe ausgerüstet werden. Von der Leyen begründete dies unter anderem mit den steigenden internationalen Verpflichtungen der Bundeswehr. Bereits Ende 2015 hatte die Bundesverteidigungsministerin davon gesprochen, dass bei der Personalausstattung ein "Nachsteuern" nötig werden könnte. 

"Die Bundeswehr ist am Limit"

Nach der Wiedervereinigung 1990 war die Bundeswehr kontinuierlich reduziert worden. Damals zählte sie noch fast 600.000 Soldaten. Derzeit sind etwa 179.000 der insgesamt 185.000 Planstellen besetzt. Für Zivilisten gibt es 56.000 offene Stellen. Die aktuellen Pläne zur Vergrößerung entsprächen dem RND zufolge Forderungen des Bundeswehrverbandes und des Wehrbeauftragten des Bundestages Hans-Peter Bartels. In einem Jahresbericht hatte dieser gewarnt: "Die Bundeswehr ist am Limit." Bartels forderte eine Aufstockung der Truppe sowie eine Erhöhung der Wehretats. Er verwies unter anderem auf die Beteiligung im Kampf gegen Terrororganisationen und den UN-Einsatz zur Friedenssicherung in Mali.


Allein die Unterstützung anderer Staaten im Kampf gegen den sogenannten "Islamischen Staat" soll in diesem Jahr rund 134 Millionen Euro kosten. Während die CDU bereits im vergangenen Jahr "mehr Personal, mehr Material und mehr Mittel" forderte, kritisierten die Grünen, die Bundeswehr brauche lediglich eine bessere Planung. Eine größere Truppe lehnen sie strikt ab.

Das Verteidigungsministerium prüft seit einigen Monaten, ob die Bundeswehr noch genug Personal für ihre Aufgaben hat. Ein Sprecher sagte, die Entscheidung werde erst im April fallen. Die Untersuchungen liefen noch.