Dunja Hayali wurde mit der Goldenen Kamera für ihre Berichterstattung über eine AfD-Demonstration ausgezeichnet. © Rolf Vennenbernd/dpa

Das ZDF hat nach der Kritik der AfD-Bundesvorsitzenden Frauke Petry Moderatorin Dunja Hayali verteidigt. Die Morgenmagazin-Moderatorin als "'politische Aktivistin' zu bezeichnen, sei abwegig", sagte Redaktionsleiter Thomas Fuhrmann. 

Petry hatte Hayali vorgeworfen, sie erscheine "zunehmend mehr als politische Aktivistin denn als professionell arbeitende Journalistin". Die AfD-Chefin begründete das unter anderem damit, dass Hayali die Vereine Gesicht zeigen! und Respekt! Kein Platz für Rassismus unterstütze. Die Organisationen engagieren sich gegen Rechtsextremismus und Rassismus im Allgemeinen. Was das mit ihr oder der AfD zu tun habe, ließ Petry offen. "Gegen Rassismus müsste eigentlich auch Frau Petry sein", sagte Fuhrmann, im Interview mit dem Stern. Er habe "kein Verständnis dafür, wenn sich jemand, der sich gegen Rassismus einsetzt, dafür rechtfertigen muss."

Seit Montag streiten Hayali und Petry über nicht zustande gekommene Interviews. Petry war drei Mal trotz Zusage nicht erschienen. Ihre erste Absage am Montag hatte sie damit begründet, den Termin vergessen zu haben. Am Dienstag erschien sie wieder nicht und teilte mit, die Mail des Morgenmagazins sei wegen eines angeblichen Hacker-Angriffs untergegangen. Hayali antwortete darauf, dass Petry nicht per Mail, sondern wie alle anderen Gäste telefonisch angefragt worden sei. Schließlich machte die AfD-Chefin am Mittwoch ihre Vorwürfe gegen die Journalisten öffentlich und begründete damit ihre grundsätzliche Absage an das ZDF.

Die Journalistin Hayali wurde für ihre objektive Berichterstattung zur Flüchtlingskrise und ihre kritischen Interviews mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet. Diese erhielt sie unter anderem dafür, dass sie Interviews auf einer Demonstration der Partei ungekürzt zeigte. Damit trat sie einerseits dem Vorwurf entgegen, Medien stellten Aussagen von AfD-Sympathisanten verkürzt und aus dem Zusammenhang gerissen dar. Andererseits ist das Video ein sehr unmittelbarer Einblick in die Gedankenwelt der Demonstranten.

Bekannt wurde Hayalis Dankesrede bei der Verleihung der Auszeichnung: In einem Land, in dem die Meinungsfreiheit so ein hohes Gut ist, dürfe und müsse jeder seine Sorgen und seine Ängste äußern dürfen, "ohne gleich in die rechte Nazi-Ecke gestellt zu werden", sagte sie. "Aber wenn Sie sich rassistisch äußern, dann sind Sie verdammt noch mal ein Rassist." 

Das Morgenmagazin jedenfalls stellte in der neuerlichen Mitteilung klar: "Wann immer es den journalistischen Anlass gibt, werden wir Frauke Petry auch in Zukunft einladen." Die AfD-Chefin teilte mit, solange Hayali dort tätig ist, sei ihr Interesse "deutlich reduziert".

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