Flüchtling bei der Rückreise aus Deutschland © Gregor Fischer/dpa

Irakische Flüchtlinge sind zu Tausenden aus Deutschland in ihre Heimat zurückgegangen. Von September bis Februar seien mehr als 3.000 freiwillig zurückgekehrt, sagte Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU), der auch Flüchtlingshilfekoordinator der Bundesregierung ist, der Rheinischen Post. Grund dafür sei das erfolgreiche Zurückdrängen der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" im Irak.

Derzeit würden etwa 500 Flüchtlinge pro Monat in den Irak zurückkehren, obwohl sie in Deutschland schon anerkannt gewesen seien oder die Aussicht auf Anerkennung gehabt hätten, erläuterte Altmaier. Die Menschen seien motiviert, sich etwa am Wiederaufbau ihres Landes zu beteiligen.

Immer wieder schildern Flüchtlinge, dass es für sie schwerer sei, in Deutschland Fuß zu fassen. Ohne Anerkennung ihrer Asylanträge sind ihre Möglichkeiten, eine Arbeit aufzunehmen, stark eingeschränkt.

Hälfte der Flüchtlinge will zurück

Die Rückkehrquote führt Altmaier auch auf die Politik der Bundesregierung zurück. Zu dieser gehört es, kurdische Milizen mit Waffen für den Kampf gegen den selbsternannten "Islamischen Staat" im Grenzgebiet zum Irak zu versorgen. "Es war also absolut richtig, die Peschmerga zu bewaffnen und auszubilden", sagte der CDU-Politiker. "Hier zeigt sich, wie man Fluchtursachen effektiv bekämpfen kann." 

Der Leiter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf), Frank-Jürgen Weise, hatte am Mittwoch auf einem Integrationskongress in Berlin gesagt, dass etwa die Hälfte der Flüchtlinge angebe, möglichst bald in ihre Heimat zurückkehren zu wollen. Wenn die Menschen mit ihren Familien jedoch gut integriert seien und die Kinder schon in der Schule, sinke diese Bereitschaft deutlich.  

Bund und Länder hatten 2015 im Zuge der Flüchtlingskrise entschieden, dass ein Großteil der Flüchtlinge bis zu sechs Monate oder möglichst bis zum Abschluss ihrer Asylverfahren in den Erstaufnahmeeinrichtungen bleiben. Erst danach sollte die Integration beginnen. Dafür sollte das Bundesamt die Asylverfahren drastisch verkürzen. Bisher war das an der Überlastung der Behörde gescheitert. Zudem erklärte Deutschland die Balkanstaaten, aus denen 2015 der Großteil der Flüchtlinge kam, zu sicheren Herkunftsländern.  

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