Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) ist bei AfD-Wählern fast ebenso beliebt wie bei der eigenen Klientel. © Michael Dalder/Reuters

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ihre Zustimmungswerte wieder auf das Niveau von vor der Flüchtlingskrise steigern können. 52 Prozent von mehr als 2.000 Befragten sprechen sich laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL und Stern für die CDU-Politikerin als Bundeskanzlerin aus. Das ist der höchste Wert in diesem Jahr, im Herbst 2015 war der Wert in der Flüchtlingskrise auf 44 Prozent gefallen.

Merkels Partei kann davon allerdings kaum profitieren. Die Union legt zwar im Vergleich zur Vorwoche um einen Prozentpunkt zu. Allerdings kommen CDU und CSU damit nur auf 36 Prozent. Das sind 5,5 Prozentpunkte weniger als bei der Bundestagswahl und exakt der Umfragewert vom Oktober vergangenen Jahres. Der Koalitionspartner SPD stagniert weiter bei 20 Prozent Zustimmung.

Ein Grund für die Stärke der Bundeskanzlerin sei die Einigung mit der Türkei in der Flüchtlingsfrage, sagte Forsa-Chef Manfred Güllner. Auch wendeten sich die Wähler nach den Anschlägen in Brüssel eher staatstragenden Parteien zu. SPD-Chef Sigmar Gabriel könne sich allerdings nicht entsprechend profilieren, nur 13 Prozent sprechen sich laut der Umfrage für ihn als Kanzler aus.

Steinmeier beliebter als Merkel

Die AfD verliert derweil an Zustimmung: Gleich drei Prozentpunkte büßte die Partei ein, die jetzt wieder bei zehn Prozent liegt. Gründe dafür könnten neben der Einigung im Flüchtlingsgipfel und den Anschlägen der Streit im Vorstand der AfD, ein entlarvendes Interview von Parteichefin Frauke Petry und umstrittene Fotos sein.

Die Grünen behaupten 13 Prozent, die Linke verharrt bei acht Prozent, die FDP kann sich auf sieben Prozent verbessern. Auf die sonstigen kleinen Parteien entfallen zusammen sechs Prozent. Der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen beträgt 29 Prozent, ein Punkt weniger als in der Vorwoche.

In einer weiteren Umfrage ermittelte Forsa im Auftrag des Stern, welchen Politikern die Deutschen am meisten vertrauen. Das Ranking führt Außenminister Frank-Walter Steinmeier (63 Punkte) vor Baden-Württembergs grünem Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (62) und Finanzminister Wolfgang Schäuble (62) an. Merkel  kommt auf Rang vier (61) an, Nordrhein-Westfalens SPD-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (54) rangiert vor SPD-Chef Gabriel (49), Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (48) und CSU-Chef Horst Seehofer (46). AfD-Chefin Petry kommt mit 19 Punkten auf den letzten Platz. Von ihren eigenen Anhängern erhielt sie nur 47 Vertrauenspunkte. Seehofer bekam von AfD-Sympathisanten 69 Punkte – nur sieben weniger als von den eigenen Anhängern.

Auch bei der Einschätzung der politischen Kompetenz gewinnt die Union drei Punkte hinzu und erreicht insgesamt 29 Prozent. Der SPD trauen nur sechs Prozent zu, mit den Problemen in Deutschland am besten fertigzuwerden.

Landtagswahlen - Soll man die AfD ausgrenzen? Jetzt sitzt die AfD also in drei weiteren Landtagen. Andere Parteien dürften sie nicht länger ignorieren, sagen viele. Wirklich nicht?